you, too?

ich kann leider bei acht von zehn mein kreuzchen machen.

http://www.bento.de/gefuehle/maenner-glaubt-es-10-dinge-die-frauen-machen-um-sich-vor-uebergriffen-zu-schuetzen-2269527/#refsponi

es gibt sovieles, was ich zu dem thema schreiben könnte. aus eigener erfahrung oder den erzählungen von frauen, die mir nahestehen. es ist für viele von uns so normal, dass es zum heulen ist. wir leben tatsächlich immer noch in einem land, wo frauen sich nicht tag und nacht sicher fühlen. das hört sich dramatisch an. soll es auch. denn wie sonst sollte das resümee dieser top (oder besser: flop) ten lauten?

das leben mit eiern

um es einmal ausgesprochen zu haben und missverständnissen vorzubeugen: es gibt mehr als zwei geschlechter und ich definiere „frau“ nicht über das geschlecht und über das vorhandensein von gebärmutter und eierstöcken. 

aber: die zahl der frauen, die darüber verfügen, sich auch als solche bezeichnen (cis-frauen) und einen menstruationszyklus haben (oder haben könnten, wenn sie auf hormonelle verhütung verzichten würden) ist eine ziemlich kritische masse. und es empört mich und ich finde es wirklich eine beleidigung dieser frauen, dass sie in ihrer zyklizität weder wahrgenommen, noch ernst genommen, geschweige denn respektiert werden. wir – denn ich gehöre zu diesen frauen, menopause ist so schnell noch keine in sicht – sind zyklische wesen. das ist unsere lebenswelt! für eine lange lange zeit unseres lebens. und, ob es uns oder anderen nun passt oder nicht, unser weiblicher körper beeinflusst unsere gefühle und gedanken und somit auch unser tun.

seit 2003 lebe ich meinen zyklus bewusst und finde es zum teil grotesk, wie sehr wir uns als zykluswesen einer stark linear geprägten lebenswelt anpassen und oft unterordnen müssen. das lässt doch spuren. das erzeugt doch leid. das macht doch was mit uns. wie würde die welt aussehen, wenn sich plötzlich alles nach den zyklen der frauen dreht? klingt verrückt? aber warum? wir sind doch eine kritische masse, was ist daran so abwegig? nicht, in dem uns unsere menstruation als schwäche ausgelegt wird, das hatten wir schon. nein danke. es ist eine zeit, in der wir unsere kraft nach innen richten können. vielleicht sind wir während unser menstruation nicht so “leistungsfähig” (im industriellen sinne). ja und? aber vielleicht sind wir ja dafür doppelt so leistungsfähig in anderen zeiten unseres zyklus? und gleichen somit das “defizit” aus? oder vielleicht kommen wir zu neuen erkenntnissen während der zeit unserer menstruation (wenn wir uns zurückziehen können) und setzen somit neue impulse, weisen somit neue wege auf?

kann mal bitte jemand einen sci-fi roman schreiben und ein zukunftsszenario entwickeln, bei dem es endlich mal um uns und unsere bedürfnisse geht? anyone? gibt sicher genug positivbeispiele aus der vergangenheit, denn es gab/gibt kulturen, da ist es eine
selbstverständlichkeit, dass sich frauen in der menstruationsphase eine auszeit nehmen und der rest der mannschaft sich um alles kümmert. und damit meine ich nicht kulturen, in denen die frauen verbannt werden in irgendwelche ställe und als aussätzige behandelt werde. gott bewahre. ich meine kulturen, die um die kraft der frauen wissen, diese kraft schätzen und respektieren und sie vor allem nicht fürchten.

denn wir? wir leben in einer gesellschaft, wo die vorstellung einer mächtigen frau immer noch für angst und bange sorgt. es ist nachgewiesen, dass frauen mit macht unbeliebter sind. bei männern verhält es sich genau umgekehrt. warum ist das so? es geht doch um ein gesundes, ausgewogenes miteinander. wir wollen nunmal nicht klein gehalten werden. ist doch nicht zuviel verlangt? unsere gesellschaft könnte enorm von uns profitieren, wenn sie uns nur ließe! vielleicht mal nach neuen spielregeln, ja? was kann noch groß schief gehen? die meere sind vermüllt, die erdschätze geplündert. kann ja eigentlich nur noch besser werden.

tela lake, die mondtänzerin (buch)

das buch, mit dem alles vor 15 jahren begann:

deutsche übersetzung
englische originalfassung

das wissen um das menstruationsritual verdanke ich einzig und alleine tela lake. ohne ihr packendes buch die mondtänzerin hätte ich vermutlich nie erfahren, dass die menstruation eine quelle der kraft ist. das kapitel dazu hat mein leben nachhaltig geprägt und verändert. zweimal durfte ich die medizinfrau der karuk/yurok persönlich treffen und kann nur sagen: she’s the real deal. mit tela hat alles begonnen.

happy b-day, mother hood!

https://www.mother-hood.de/aktuelles/aktuelles.html

mother hood informiert über die (haarsträubende!) situation der geburtshilfe in deutschland: horrende versicherungsprämien für hebammen, hebammenmangel, schließende geburtshäuser und gebärstationen, zuviel intervention während der geburt (selbst die WHO hat weltweit zu weniger intervention während der geburt aufgerufen), the list goes on…

happy birthday, mother hood! ihr seid wichtig! danke für eure arbeit!

hier noch der link zum infoblatt_geburtshilfe

https://www.mother-hood.de/fileadmin/user_upload/Medien/Downloads/MH_Infoblatt_Geburtshilfe_170920.pdf

podcast: 40 liter blut in sechs jahren

https://lila-podcast.de/lila094-40-liter-blut-in-

danke für diese empfehlung, liebe mona!

ein interessanter beitrag auf dem lila podcast zum thema menstruation u.a. mit stimmen von mithu sanyal, petra mattheis  und heike kleen!

wer sich schon ein wenig durch meinen blog gelesen hat kennt meinen ansatz und weiß, dass ich nicht alle im podcast erwähnten ansätze oder praktiken teile oder gut finde. aber auf muschileaks geht es mir auch darum offen zu sein. gewiss nicht für alles, aber diesen podcast kann ich euch ans herz legen.

danke barbara, katrin und susanne vom lila podcast für euren spannenden beitrag!

1. auftakt: women’s march heidelberg 2018

wir sind auch gemarched dieses jahr. wir = mein partner, unsere drei gemeinsamen kinder und ich. als ich sie fragte, war ich mir nicht sicher ob sie mitkommen würden. aber mein partner fand es eine gute idee und die kinder auch. es war samstag und es regnete in strömen. eigentlich ein willkommener vorwand, um ein solches vorhaben abzusagen. regnet ja. und kalt isses auch. aber meine kinder und ich hatten schon unsere schilder gemalt: eines mit „no plastic“, eines mit „your choices=my future“ mit einem foto vom vermülltem meer mit kind, das dort spielt und noch mein schild. auf der einen seite stand „body knowledge = power“ mit einem gemalten ei und blutstropfen, auf der anderen seite stand „cyclic by nature, ovulating and menstruating since 1991“. wir hatten eine gute zeit beim schildermalen. es fiel mir gar nicht so leicht zu erklären, warum wir das machen und was eine solche demo eigentlich ist. um das zu begreifen sind sie auch noch etwas zu jung. nicht aber für das gefühl mit einer masse von menschen zu laufen und den vibe dieser masse zu spüren. dafür haben kinder ziemlich gute antennen. also dachten wir uns, hopp, wir machen das jetzt. regen hin oder her. die ganze truppe in wasserfeste, warme klamotten gepackt und ab zum march.

als wir ins parkhaus fuhren überkam mich plötzlich leichte übelkeit (angst!) und ich sagte zu meinem partner, dass ich das doch nicht packe mit dem schild in der öffentlichkeit rumzumaschieren. er lachte und ermutigte mich es einfach zu tun. ich solle mir keine gedanken darüber machen, was die anderen denken. also einmal tief durchgeatmet und schild geschnappt. wir kamen am treffpunkt an, es wurde getrommelt und andere marcher standen dort bereits mit ihren schildern, frauen, männer, kinder. alle waren da. ich las die schilder der anderen. ein bunter mix aus botschaften. von laut, fordernd, witzig bis ernsthaft war alles vertreten. am anfang fühlte es sich ein bisschen komisch an teil dieser gruppe zu sein und es kostete mich zu beginn ganz schön mut mein schild hochzuhalten. schlachtrufe wurden geübt und dann ging es plötzlich los.

vorbei an passanten, die unsere schilder lasen und uns anstarrten. es fühlte sich gut an für die rechte aller frauen auf die straße zu gehen. verdammt gut. mit dem wissen, dass es an diesem tag überall auf der welt geschah, dass frauen in solidarität miteinander auf die straße gingen. mann war ich stolz auf meine familie, dass sie mich begleiteten. stolz, dass wir unsere komfortzone für ein paar stunden verlassen hatten, um ein kleines zeichen zu setzen. nicht immer nur zu reden, sondern auch mal zu machen.

während des marschierens drehte ich immer wieder mein schild, um meine message von beiden seiten lesbar zu machen. je länger wir liefen desto leichter fiel es mir. meine angst war verflogen und ich dachte mir, so ist es, wenn du position beziehst, wenn du einfach nur mit einem schild durch die öffentlichkeit läuft auf dem du das eigentlich offensichtliche, (oder nicht offensichtliche), eben das, was meine lebenswelt als frau monat für monat beeinflusst, für jedermann sichtbar machst:

ich bin von natur aus ein zykluswesen.
und ich ovuliere und menstruiere seit 27 jahren.
und dieses wissen um meinen zyklus (ei/blut), um meinen körper,
ist eine form von macht. von weiblicher macht.

nach der hälfte kehrten wir um. unsere schilder waren vom regen durchweicht, die hände unserer kinder von farbe verschmiert. uns war kalt und wir entschieden: genug marschiert. last stop: zuckerladen. happy end!

down there (poem by s.c.)

DOWN THERE (SANDRA CISNEROS, LOOSE WOMAN)

Yes, I want to talk at length about Men-
struation. Or my period.
Or the rag as you so lovingly put it.
All right then.

I’d like to mention my rag time.

Gelatinous. Steamy
and lovely to the light to look at
like a good glass of burgundy. Suddenly
I’m an artist each month.
The star inside this like a ruby.
Fascinating bits of sticky
I-don’t-know-what-stuff.
The afterbirth without the birth.
The gobs of a strawberry jam.
Membrane stretchy like
saliva in your hand.

It’s important you feel its slickness,
understand the texture isn’t bloody at all.
That you don’t gush
between the legs. Rather,
it unravels itself like string
from some deep deep center–
like a Russian subatomic submarine,
or better, like a mad Karlov cackling
behind beakers and blooping spirals.
Still with me?

Oh I know, darling,
I’m indulging, but indulge
me if you please.
I find the subject charming.

In fact,
I’d like to dab my fingers
in my inkwell
and write a poem across the wall.
„A Poem of Womanhood“
Now wouldn’t that be something?

Words written in blood. But no,
not blood at all, I told you.
If blood is thicker than water, then
menstruation is thicker than brother-
hood. And the way

It metamorphosizes! Dazzles.
Changing daily
like starlight.
From the first
transparent drop of light
to the fifth day of chocolate paste.

I haven’t mentioned the smell. Think
Persian rug.
But thicker. Think
cello.
But richer.
A sweet exotic snuff
from an ancient prehistoric center.
Dark, distinct,
and excellently
female.