10+1 Fragen mit Anne Schmuck

10+1 Fragen ist eine Interviewreihe von BodyLeaks - Festival for Female Empowerment & Interconnection. Bei 10+1 Fragen werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt, die sich mit festivalrelevanten Inhalten beschäftigen und zum Teil auch im Rahmen des Festivals 2021 einen Beitrag leisten werden. 

Anne Schmuck ist zertifizierte NFP-Beraterin und Zykluscoach in Darmstadt und im Rhein-Main-Gebiet. Seit 2010 arbeitet sie mit Frauen und Mädchen, die ihren Körper kennen und ihren Zyklus verstehen lernen möchten. Ihr Wissen und ihre Erfahrung gibt sie in Einführungskursen, Workshops und Beratungen an andere Frauen weiter und hilft ihnen dabei, natürlich und sicher verhüten zu lernen. Während ihrer Ausbildung zur NFP-Beraterin hat Anne Germanistik und Romanistik studiert. Seit ihrem Volontariat arbeitet sie außerdem als freiberufliche Lektorin und betreut Buchprojekte in ihrem Fachgebiet Frauengesundheit und Zykluswissen.

Webseite
www.hormonfrei-verhüten.de

Instagram
https://www.instagram.com/undtschuesshormone/


Wann hast du begonnen hormonfrei zu verhüten und was waren deine Beweggründe?

Ich habe im Herbst 2008 die Pille abgesetzt, weil ich mich immer unwohler damit gefühlt habe, sie zu nehmen. Rückblickend muss ich sagen, dass mir die meisten Nebenwirkungen, die ich unter der Pille hatte, erst nach dem Absetzten bewusst wurden – ich hatte also in erster Linie einfach ein schlechtes Bauchgefühl, was die Pille angeht. Oder besser gesagt ein gutes für meinen Körper, denn die Entscheidung, sie abzusetzen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens ☺

Welche Bedeutung hat dein Menstruationszyklus für dich?

Ich finde meinen Zyklus toll! Ich verhüte jetzt seit fast 13 Jahren mit NFP und beobachte schon genauso lange meinen Zyklus. Trotzdem entdecke ich immer noch neue Zusammenhänge, was mich ungeheuer fasziniert. Ich glaube, dass das Wissen um die Vorgänge im eigenen Körper etwas wirklich Wertvolles ist, das dabei helfen kann, den Zyklus mit seinen unterschiedlichen Phasen anzunehmen und sich allgemein wohler in seiner Haut zu fühlen. Ich nehme inzwischen die Phasen in meinem Zyklus sehr bewusst wahr und versuche, ihre unterschiedlichen Qualitäten in meinen Alltag zu integrieren. Darüber hinaus ist mein Zyklus für mich ein tolles Instrument, durch das ich Rückschlüsse auf meine Gesundheit ziehen kann. Das kann man sich vorstellen wie ein Fenster, durch das ich in meinem Körper hineinblicken und entdecken kann, ob alles in Ordnung ist.

Wie können wir uns deine Arbeit als NFP-Beraterin vorstellen?

Ich bin seit 2011 ausgebildete Beraterin für NFP. Und ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen! Es ist mein absolutes Herzensthema, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben, um die Methode anderen Frauen zugänglich zu machen und sie als sichere, hormonfreie Alternative vorzustellen.

Dazu informiere und kläre ich über NFP auf, biete Infoveranstaltungen und Zyklusworkshops an, berate Frauen zu ihrer individuellen Situation, wenn sie sich unsicher sind, ob NFP zu ihnen passt, und helfe ihnen dabei, die Methode wirklich sicher anwenden zu lernen. In meinen Einführungskursen bringe ich Frauen und Paaren NFP von Grund auf bei. Dabei geht es einerseits natürlich darum, das Regelwerk zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass sie die Methode korrekt anwenden lernen. Das ist die Basis jedes Kurses und jeder Beratung, aber dahinter geht es oft einfach darum, Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Ich bin Ansprechpartnerin für alle Fragen, die während der Lernphase auftauchen und unterstütze meine Klientinnen einfach nach Kräften dabei, sich wirklich rundum sicher und wohl mit NFP zu fühlen.

Wie funktioniert Verhütung nach NFP?

NFP ist eine natürliche Methode, die Frauen dabei hilft, selbst fruchtbare und unfruchtbare Phasen in ihrem Zyklus zu bestimmen. Wir können ja nur an ungefähr sechs Tagen im Zyklus überhaupt schwanger werden: nämlich am Tag des Eisprungs und ungefähr 5 Tage davor, weil Spermien im weiblichen Körper überleben und auf die Eizelle warten können. Während dieser fruchtbaren Phase verändern sich bestimmte Körperzeichen sehr deutlich, vor allem die Körpertemperatur, der Zervixschleim und der Gebärmutterhals. Wenn Frauen gelernt haben, diese Zeichen ihres Körpers wahrzunehmen und mit Hilfe des Regelwerks richtig zu deuten, können sie direkt an ihrem Körper ablesen, ob sie gerade fruchtbar sind oder nicht. Mit diesem Wissen können sie sowohl sicher und zuverlässig verhüten, oder aber die fruchtbaren Tage nutzen, um gezielt schwanger zu werden. 

Wie denkst du über die Pille?

Für mich persönlich war sie nicht die passende Methode, aber ich finde es auch falsch, sie pauschal zu verteufeln. Für Frauen, die gern hormonell verhüten möchten und die gut über die Konsequenzen aufgeklärt wurden, ist die Pille sicher eine legitime Alternative. Da liegt meiner Ansicht nach leider das Problem: Viel zu viele Ärzte verschreiben die Pille vollkommen unreflektiert, ohne Aufklärung über Risiken und ohne sichere Alternativen vorzuschlagen. Das führt dazu, dass wir es im Grunde als normal empfinden, dass Mädchen und Frauen die Pille nehmen – ein Medikament, dass die körpereigenen Hormone unterdrückt und einen künstlichen Scheinzyklus erwirkt, der im Grunde nichts anderes als Fremdsteuerung bedeutet. Das finde ich, vorsichtig ausgedrückt, ziemlich erschreckend. 

Wie sicher ist NFP?

Tatsächlich und ohne Wenn und Aber: so sicher wie die Pille. Sogar sicherer, wenn man sich die Studien zur Gebrauchssicherheit beider Methoden anschaut.

Ab welchem Alter würdest du NFP empfehlen?

Ich finde NFP eine tolle Möglichkeit, den eigenen Körper und Zyklus kennen zu lernen. Ich wünsche mir deshalb von Herzen, dass jedes Mädchen schon in der Pubertät lernt, was eigentlich in ihrem Körper vor sich geht und wie stolz sie auf ihren Körper und ihr Frausein sein kann. Ich erlebe so häufig Frauen, die nach jahrelanger Einnahme ihre Pille absetzen und entsetzt feststellen, dass sie im Grunde keine Ahnung von ihrem Körper haben. Wie weitreichende Konsequenzen die Einnahme hormoneller Verhütung hat, wird ihnen oft erst nach dem Absetzen bewusst: Nicht selten unterdrückt die Pille zum Beispiel die Libido, sodass diese Frauen ihre Sexualität nie richtig entdecken konnten und es als normal empfinden, keine Lust auf Sex zu haben. Das kann massive Auswirkungen auf das eigene Körpergefühl und die Entwicklung eines gesunden Selbstwerts haben, gerade wenn Mädchen schon sehr früh damit angefangen haben, die Pille zu nehmen. 

NFP zum Kennenlernen des eigenen Körpers deshalb am besten so früh wie möglich! Ob die Methode dann auch zur Verhütung eingesetzt wird, kann und soll jedes Mädchen für sich entscheiden. Dafür spielen meiner Erfahrung nach die Persönlichkeit und die eigene Einstellung eine deutlich größere Rolle als das Alter.

Gibt es Menschen für die NFP nicht geeignet ist?

Ja, bestimmt. Keine Methode der Welt ist für alle Menschen gleichermaßen geeignet, denn letztlich ist Verhütung ja immer eine sehr individuelle Entscheidung, die jede Frau und jedes Paar für sich treffen muss. Es gibt aber keine allgemeinen Vorgaben, die man erfüllen müsste, um NFP sicher anwenden zu können. Darüber halten sich leider hartnäckig einige Vorurteile, wie zum Beispiel, dass immer zur gleichen Uhrzeit gemessen werden müsste oder der Zyklus regelmäßig sein müsste. Das gilt für die moderne, wissenschaftlich gestützte symptothermale Methode längst nicht mehr. Auf der anderen Seite bringt diese Form der Verhütung aber mit sich, dass die Frau sich sehr intensiv mit ihrem Körper und ihrem Zyklus beschäftigt. Lust und Neugier darauf, sich selbst zu entdecken, sind deshalb in meinen Augen wichtige Voraussetzungen.

Welche Vorteile hat natürliche Verhütung im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden?

Natürliche Verhütung hat keine Nebenwirkungen und bedeutet deshalb für viele Frauen eine gesündere Alternative. Daneben bringt NFP aber noch einen ganz anderen Vorteil mit sich: Durch die genaue Beobachtung des eigenen Körpers entwickeln Frauen ein sehr gutes, positives Körpergefühl und mit der Zeit auch ein großes Vertrauen in den eigenen Körper. Das empfinde ich bis heute als den größten Vorteil, den NFP mir geschenkt hat.

Was können Männer deiner Meinung nach tun, um sich beim Thema Verhütung aktiv einzubringen?

Verhütung geht beide Partner an, das sollte eigentlich selbstverständlich klar sein. Auch wenn ja die allermeisten Verhütungsmethoden letztlich von der Frau angewendet werden, ist es ein erster Schritt, sich als Paar bewusst mit der Frage nach der passenden Methode auseinander zu setzen und sich gemeinsam über Alternativen zu informieren. Das können natürlich auch Männer aktiv in die Hand nehmen und das Gespräch mit ihrer Partnerin suchen, vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, dass sie unter Nebenwirkungen leidet oder sich nicht wohl fühlt mit hormoneller Verhütung.

Bei Paaren, die sich für NFP entscheiden, beobachte ich in den letzten Jahren verstärkt, dass Männer es richtig spannend finden, mehr über den Zyklus ihrer Partnerin zu erfahren. Viele stellen dabei fasziniert fest, dass sie nach einiger Zeit selbst beobachten können, in welcher Zyklusphase sich ihre Frau gerade befindet – fernab aller Regeln, quasi nur durch bestimmte Verhaltensweisen, ihrer Libido, Stimmungslage oder weil sie ihre Frau um den Eisprung herum besonders attraktiv finden.

In meinen Kursen und Beratungen sind Männer deshalb herzlich willkommen – ich glaube, wenn Paare gemeinsam NFP lernen, ist ein großer Schritt hin zu einem partnerschaftlichen Umgang mit Verhütung gemacht. Der Mann kann zum Beispiel dabei helfen, die Zyklusaufzeichnungen auszuwerten oder sich um die Verhütung an den fruchtbaren Tagen kümmern. Davon profitieren letztlich beide Partner: Die Frau fühlt sich nicht alleine für das Thema Verhütung verantwortlich, und der Mann gewinnt ein besseres Verständnis für seine Partnerin. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Beziehung aus. 

Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit als NFP-Beraterin?

Frauen und Paare auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung zu unterstützen! Ich begleite und betreue „meine“ Frauen in meinen NFP Kursen sehr intensiv. Jede Frau und jedes Paar hat ihre ganz eigene Verhütungsgeschichte, und es ist immer wieder aufs Neue spannend und oft auch sehr berührend, Teil dieser Geschichte zu werden. Die Zeit nach Absetzen der Pille über die ersten Zyklen mit NFP ist für viele Frauen eine sehr emotionale Zeit, in der sie sich sehr intensiv mit sich selbst beschäftigen und sich oft zum ersten Mal in ihrem Leben mit ihrem Zyklus auseinandersetzen. Ich finde es einfach großartig, sie dabei zu unterstützen und miterleben zu dürfen, wie das Vertrauen in ihren Körper wächst und sie mehr und mehr selbst zur Expertin für ihren Zyklus werden.  

Liebe Anne Schmuck, vielen Dank für das Interview!

10+1 Fragen mit Melissa Holstein

10+1 Fragen ist eine Interviewreihe von BodyLeaks - Festival for Female Empowerment & Interconnection. Bei 10+1 Fragen werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt, die sich mit festivalrelevanten Inhalten beschäftigen und zum Teil auch im Rahmen des Festivals 2021 einen Beitrag leisten werden. 

About Melissa Holstein
Bildhauerin aus Mannheim. Nach ihrem Studium der Germanistik und Politologie in Heidelberg und Leipzig war sie einige Jahre als freie Journalistin tätig. Im Anschluss studierte sie an der Bauhaus Universität Weimar Freie Kunst und gewann 2018 das renommierte Georg-Mustermann Stipendium. Für das BodyLeaks Festival 2021 hat die Künstlerin einen Workshop und eine Installation geplant.

Instagram
https://www.instagram.com/__p_o_w_e_r_p_l_a_n_t_s__/

Webseite
http://bildundtext.org

Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deiner Kunst?

«Meine Objekte und Installationen entstehen im Grenzbereich zwischen Material und Leben. Mich interessieren Pflanzen als bewusste, intelligente Wesen sowie Wertstoffe, deren zerstörerische Verschwendung aufhören muss. Wo Geist auf Materie trifft, entsteht für mich eine Sphäre des Lebendigen und da wird es spannend.»

Oft können wir uns unter den Berufen der anderen wenig vorstellen. Wie würdest du jemandem deine Arbeit als Bildhauerin beschreiben?

«Der Begriff „Bildhauerin“ kommt daher, dass ich primär dreidimensionale, räumliche Gegebenheiten erschaffe. Entsprechend muss ich in meiner Arbeit vor allem viel Material von A nach B bewegen. Oft arbeite ich mit Schere oder Säge – Werkzeugen der Zerstörung – bevor ich die Bestandteile eines Werks konstruktiv vereine. Grundlage meiner Arbeit sind jedoch geistige Tätigkeiten, wie Beobachten, Nachdenken oder Recherchieren. Dazu kommt Büroarbeit wie das Erstellen von Konzepten, Anträgen und Portfolios.»

Welches deiner Werke hat dich am meisten Zeit gekostet?

«Sehr zeitaufwändig war zum Beispiel das „SecondSoil_Weizenfeld“, Weizen, der auf Erde aus wiederverwendeten Kunststoffen wuchs. Es ist nicht einfach, an große Mengen sauberen und geschredderten Kunststoff zu kommen. Fördergelder und eine Kooperation mit dem Lehrstuhl „Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft“ an der Universität Weimar machten es möglich. Durch Kontakte der Ingenieure kam ich an eine Fabrik, die 24/7 Einwegplastikflaschen schreddert. Dort durften wir den Hauptbestandteil der Plastikerde, -PET-Flakes – säckeweise aus Big Packs schaufeln.»

Weshalb findest du Kunst wichtig?

«Kunst bewegt. Sie lenkt unsere Wahrnehmung in nicht alltägliche Bereiche und schärft das Bewusstsein. KünstlerInnen und Publikum lässt sie intensiver fühlen und nachdenken. Wir vergessen im Alltag oft zu staunen, zu protestieren oder zu träumen. Hier leistet Kunst wertvolle Dienste. Die Freiheit, die wir in der Kunst (er)leben ist wichtig, sowohl für das Individuum, als auch für das Kollektiv.»

Kannst du uns ein bisschen was über deinen Beitrag zum Festival verraten?

«Ausgangspunkt der geplanten Installation ist der Gedanke, im öffentlichen Raum einen intimen Rückzugsort für menstruierende Frauen zu schaffen. Dabei spielen Bäume eine wichtige Rolle. Wie weibliche Wesen, spenden sie Leben und Schutz, sind gleichzeitig kraftvoll und verletzlich. Außerdem werde ich mit Verhüllung arbeiten, denn sowohl der Rückzug, als auch die verborgene Kraft sind wichtige Aspekte eines bewussten Umgangs mit unserer zyklischen Natur – für die Bäume im Wechsel der Jahreszeiten ein treffliches Bild abgeben. Es handelt sich auch um eine Hommage an das das Werk von Christo und Jeanne-Claude – mögen sie eine himmlische Wiedervereinigung feiern!»

Welche Bedeutung hat dein Menstruationszyklus für dich?

«Dank meines Zyklus erlebe ich meine Existenz bewusst als integrativen Bestandteil des kosmischen Wandels. Mein Zyklus zeigt mir an, wann ich meine Energien primär nach innen oder außen fließen lasse. Durch die Menstruation erfahre ich monatlich einen kleinen Tod mit Wiedergeburt. Der konstante Wandel in mir ist eine Quelle des Bewusstseins und der Kraft. Mein Menstruationsritual gibt mir in unserer verwirrten und verwirrenden Zivilisation Beständigkeit und Halt.»

Gibt es ein Buch, das dich besonders beeinflusst hat? 

«Gerade lese ich zum dritten Mal die Autobiografie eines Yogi von Paramahansa Yogananda. Das Buch hat mich schon als junges Mädchen fasziniert. Dieser Erleuchtete hat einige Grundlagen meines Verständnisses des Lebens, vor allem in seinen geistigen Dimensionen, und deren grenzenlosen Möglichkeiten gesetzt. In dieser Gedankenwelt ist buchstäblich alles durchdrungen von lebendigem Geist. Wir können mit diesem Bewusstsein arbeiten und wahrlich Erstaunliches erreichen.»

Hast du eine*n Lieblingskünstler*in? 

«Ja, einige. Emotional fühle ich mich sehr mit Kiki Smith und geistig mit Joseph Beuys verbunden.Die Plastiken, Objekte und Grafiken von Kiki Smith vereinen für mich die Widersprüche des Seins und sprechen mir direkt in die Seele und zwar ohne Worte. Sie arbeitet viel mit ihren eigenen Händen und der visuelle Eindruck ihrer märchenhaft grausig schönen Kunst ist von großer Bedeutung. Beuys´ Werk hingegen steckt voller komplizierter Gedanken, deren Schönheit und Relevanz sich nur schwer ohne wortreiche Erklärungen erschließt. Er war ein Visionär, dessen Kunst weit in den ökologischen, sozialen und politischen Bereich hinein greift.»

Welche Frauen haben dich in deinem Leben besonders geprägt?

«Neben meiner Mutter, meine Lehrerinnen, die Germanistin, Ulla Fix und Bildhauerin, Liz Bachhuber. Nicht zu vergessen meine Freundinnen. Kate Weyerer begleitet mich schon mehr als 20 Jahre lang, unter anderem bis nach Indien, und hat mich mit der „Mondzeit“ vertraut gemacht. Seit der Wiege bin ich mit Sara Winkle verbunden. Sie lebt leider weit weg  von hier- in Kalifornien, wo sie überirdisch schöne Keramiken herstellt.»

Was tust du, um wieder neue Energie zu tanken?

«Kochen, essen, lesen. Mich mit Licht, Wasser, Erde und Pflanzen verbinden. Meditation, Yoga, Mondzeitritual.»

Welche Person des öffentlichen Lebens würdest du gerne einmal treffen und worüber würdest du dich gerne mit ihr unterhalten?

«Ich träume davon, Kiki Smith und Jonathan Safran Foer zu treffen, da kann ich mich nicht entscheiden, beide lassen mein Herz höher schlagen. Mit Kiki Smith würde ich gerne ein Bewerbungsgespräch führen, denn es wäre toll, mal für sie zu arbeiten und von ihr zu lernen. Mit Jonathan Safran Foer würde ich gerne über das so vielfältige Thema Ernährung, deren individuelle und gesellschaftliche Implikationen sprechen und zwar bei einem gemeinsam zubereiteten Essen mit anschließendem Nachtspaziergang.»

Liebe Melissa Holstein, vielen Dank für das Interview!

jedermannbrief zum weltmenstruationstag!

lieber mann,
dieser beitrag ist für dich.
du lebst in einer welt voller frauen*. geboren wurdest du auch von einer. es ist wichtig, dass du die zyklische natur von frauen verstehst und dich über den menstruationszyklus informierst. daher schreiben wir dir, denn wir brauchen dich mit im boot! wir, das sind deine arbeitskolleginnen, freundinnen, lehrerinnen, schülerinnen, schwestern, cousinen, tanten, ehefrauen, partnerinnen und töchter.

*auch wenn die meisten zyklischen menschen frauen sind: nicht alle frauen menstruieren und nicht alle menstruierende sind frauen.

(erstmals gepostet am 28.07.2019 | repost anlässlich mh day)

die menstruation ist in unserer gesellschaft immer noch ein tabuthema. bestimmt hast du mitbekommen, dass viele frauen ihre menstruation als lästig oder beschwerlich empfinden. die meisten zykluswesen (hauptsächlich frauen) wissen nicht, dass es die natürliche zeit im zyklus ist, um zur ruhe zu kommen, sich zu regenerieren und neue kraft zu tanken.

wir lernen nicht, dass unser zyklus ein wertvolles instrument ist, mit dem wir arbeiten können. wir werden nicht ermutigt unserem körperwissen zu vertrauen und werden nicht bestärkt unseren zyklischen bedürfnissen raum zu geben.

unter menstruationszyklus verstehen wir den zeitraum vom ersten tag der menstruation bis zum letzten tag vor beginn der nächsten menstruation. je nach frau beträgt seine länge zwischen 23 bis 35 tagen. der häufig genannte und – fälschlicherweise – als norm geltende 28-tage zyklus betrifft tatsächlich nur 13 % aller frauen. im zyklus gibt es einen energiehöhepunkt zum eisprung und einen tiefpunkt um die menstruation. kurz vor und während des eisprungs ist eine frau fruchtbar. wenn frauen ihren eisprung haben, duften sie besonders gut, sehen besonders gut aus und sind besonders durchsetzungsstark. etwa 12 bis 16 tage später menstruiert sie und scheidet das unbefruchtete ei, blut und die aufgebaute gebärmutterschleimhaut über mehrere tage aus.frauen haben während ihrer menstruation eine ausgeprägte intuition und verfügen über wertvolle skills, um probleme zu lösen. um effizient mit ihren kräften zu haushalten, können frauen anstreben, ihre aktivitäten und termine im einklang mit ihrem zyklus zu planen. auch die libido ist je nach zyklusphase mal sehr stark, mal weniger ausgeprägt - auch dieses wissen ist gold wert, wenn es um unsere sexuellen beziehungen geht.

schweigend ertragen viele frauen jeden monat mehrere tage lang menstruationsbeschwerden. dass regelschmerzen aber keine zwangsläufigkeit sind, ist leider den wenigsten bekannt. leidet eine frau an sehr starken schmerzen könnte dies ein anzeichen für endometriose sein, eine der häufigsten unterleibserkrankungen bei frauen. oft wird diese erst spät erkannt, da die schmerzen von gynäkologen unterbewertet werden.

auch unter frauen ist das unwissen über den menstruationszyklus noch sehr verbreitet. dabei gibt es viele möglichkeiten, wie sie ihren zyklus und die menstruelle phase positiv beeinflußen können: von der ernährung über lebensgewohnheiten bis zur informierten wahl ihrer monatshygiene. doch weder in der schule werden solche informationen vermittelt, noch geben frauen dieses wissen untereinander von generation zu generation weiter. 

wenn frauen untereinander über die menstruation sprechen, dann meist über ihre beschwerlichkeit, ihre lästigkeit. diskretion verspricht der herkömmliche tampon, der viele spuren von chemikalien enthält und in der nähe des krebsempfindlichen gebärmutterhalses sitzt.

bitte lies weiter. lies meinen brief. deiner mutter zuliebe. es war eine frau, die dich gebar. die dich an ihrem eisprung empfing und in deren gebärmutter du zehn monate lang herangewachsen bist. der umgang mit dem thema menstruation erfordert einfühlungsvermögen, geduld und verständnis. 

wenn du hetero bist und ihr (noch) keine kinder wollt, spielt auch für dich das thema verhütung eine rolle. kümmere dich gemeinsam mit deiner partnerin darum und beteilige dich an möglichen kosten. sich hinter unwissen zu verstecken, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch unsexy. von hormoneller verhütung rätst du deiner partnerin besser ab.

sie wird ihre zyklische natur verändern: körperlich und emotional. die pille unterdrückt den eisprung und es kommt nicht zu einer menstruationsblutung, sondern zu einer entzugsblutung der hormone, ausgelöst durch die mehrtätige einnahmepause der pille. entsprechend bleiben ihre zyklischen energiehöhe- und tiefpunkte aus und dem körper wird eine schwangerschaft vorgetäuscht, was eine art heimcheneffekt haben kann. ihre libido wird sinken, ihr geruchssinn wird sich verändern und auch ihr eigener geruch.

der geruch spielt bei der partnerwahl (auch hinsichtlich möglicher gemeinsamer kinder) eine rolle. lies dir mal die vielen möglichen nebenwirkungen auf dem beipackzettel durch, falls deine partnerin noch die pille nimmt. es wird dir vergehen. viele paare berichten von einem deutlichem lustgewinn nach dem absetzen der pille. zum beispiel charlotte roche und martin keß-roche von paardiologie 🙂

sprich auch mal mit anderen männern über das thema verhütung und über die risiken hormoneller verhütung oder der spirale. dass die pille den eisprung unterdrückt und dadurch den natürlichen zyklus verhindert und die spirale stärkere wie schmerzhafte regelblutungen sowie bisweilen eileiterschwangerschaften zur folge haben kann.

informiere dich über alternative verhütungsmethoden und entscheidet gemeinsam was für euch in frage kommt. der verzicht auf ungeschützten vaginalverkehr oder enthaltsamkeit während der fruchtbaren tage hat noch niemanden umgebracht.

viele frauen fühlen sich kurz bevor oder während sie bluten empfindsamer und verletzlicher. sei daher während der prämenstruellen und menstruellen phase besonders achtsam mit frauen. in dieser zeit ist ihre sensibilität ausgeprägter und ihre intuition erhöht. dadurch ist sie nicht nur für ihre eigenen, sondern auch die stimmungen und bedürfnisse ihrer mitmenschen besonders empfänglich.

vermeide lieber anstrengende gespräche oder bemerkungen über ihren gemütszustand und spar dir kritik besser für später. mit einer menstruierenden frau in konflikt zu geraten, kann sehr hässlich werden und tut weder ihr noch dir gut.

auch ihr „bullshit“ detektor funktioniert in der prämenstruellen zeit einwandfrei – sowohl bei sich selbst als auch bei anderen menschen. es ist nicht angenehm, den spiegel vorgehalten zu bekommen, aber wenn sie dir die unverblümte wahrheit sagt, ist es ein geschenk: sie zeigt dir deinen blinden fleck und du kannst diese offenbarung nutzen, um zu wachsen.

auch frauen, die in der menopause sind und nicht mehr menstruieren, wohnen besondere kräfte inne. sie tragen das wissen um die natur des zyklus in sich, sind diesem jedoch nicht mehr „unterworfen“. denkt daran, dass auch eure töchter zu frauen werden, die bluten und möglicherweise leben schenken. denkt an eure söhne, die mit ihnen leben werden.

entlaste deine mutter, schwester, arbeitskollegin oder partnerin während ihrer menstruation im haushalt oder auf der arbeit und übernimm verstärkt ihre aufgaben, wenn sie nichts dagegen hat. bestärke sie in ihrem wunsch nach rückzug, damit sie zur ruhe kommen und kraft tanken kann. sie zu gesellschaftlichen anlässen, wie zum beispiel abendessen oder parties zu nötigen, wenn ihr nicht danach ist, wäre unsensibel.

nenne ruhig auch mal den grund ihrer abwesenheit, sofern sie damit einverstanden ist. du trägst damit zur enttabuisierung des themas bei. ruhe und rückzug in der menstruation ermöglicht frauen, wieder mit vollem akku in den restlichen zyklus zu starten.

kümmere dich um ihre bedürfnisse. biete ihr einen tee an oder koch ihr etwas zu essen. ansonsten halte dich zurück, besonders sexuell. schlaf auf der couch, wenn sie abends für sich sein will. besorg ihr die gewünschte monatshygiene, wenn sie keine mehr im haus hat. kümmere dich gegebenenfalls verstärkt um die kinder und unternimm etwas mit ihnen, damit sie sich in ruhe zuhause regenerieren kann. vielleicht gibt es frauen, die all das nicht wollen. aber ich versichere dir, die meisten frauen werden sich über deine fürsorge freuen!

indem du verstehst, dass du es mit zyklischen wesen zu tun hast, wirst du uns in einem völlig neuen licht sehen und unser zusammenleben wird sich vermutlich verbessern. erzähle deinen freunden, brüdern, söhnen und arbeitskollegen von der zyklusnatur, die in uns frauen lebt. erzähl ihnen von uns, den leben-tod-leben meisterinnen. uns, die wir jahrzehntelange jeden monat – im kleinen – das sterben und werden erfahren.

lieber mann, steh uns zur seite und unterstütze die zyklusnatur in uns. du willst doch auch, dass frauen stark sind. dass sie ihre zyklischen und sexuellen bedürfnisse kennen, achten und kommunizieren. dass sie einen guten zugang zu ihrer intuition haben und danach handeln. lieber mann, sei ein mutiger mann. werde unser partner-in-crime!

with love,
team kate & zyklusnatur

p.s. seit ich vor 18 jahren mit meinem menstruationsritual begann, habe ich mit männern sehr positive erfahrungen gemacht. ob es verständnisvolle freunde, mitbewohner, kollegen oder partner waren, es war nie ein problem. sie unterstützten mich in meinem bedürfnis nach rückzug, waren offen, respektvoll und oft auch interessiert mehr über den menstruationszyklus zu erfahren.

BodyLeaks Festival 2021

es ist vollmond und statt eines neuen videos, geht heute mein neues baby online: BodyLeaks – Festival for Female Empowerment & Interconnection. schau doch mal auf instagram vorbei, finde heraus, worum es geht und folge unserem profil, denn es wird spannend!

design: phil himmelmann

https://www.instagram.com/bodyleaks/

menstrubation initiative: werde testerin!

mastubieren für die wissenschaft? aber klar! bei der menstrubation initiative werden gleich zwei tabus mit einer klappe geschlagen: masturbation und menstruation. super projekt, @the female company & womanizer! zu gewinnen gibt’s auch was feines, also bewirb dich und werde testerin. voraussetzung für deine teilnahme: du leidest an regelschmerzen. (i’m out, in diesem fall: leider)

mehr infos findest du auf der homepage. testerinnen aus deutschland, schweiz und österreich können sich bis zum 15. mai 2020 hier bewerben:

https://menstrubation.com/de/

the gift of self-pleasure

ever since i was a teenager, masturbation became part of my "routine" and is something i do (almost) daily - whether i'm in a relationship or not. it always surprises me when people consider it cheating. unless you and your partner are not having sex, i don't understand why solo-sex is a problem. there is nothing wrong with experiencing pleasure in your body. and for all you singles out there with a yearning heart: there is also nothing wrong with craving embodied intimacy.

here is my take on self-pleasure: orgasms benefit your well-being! it’s a fact. no matter if you evoked your orgasm or someone else. and although masturbating when you’re single (or in a relationship with little or no sex) might sometimes feel a bit lonely, it still allows you to experience yourself as a sexual being.

touching yourself and letting your sensuality unfold, connects you with your body. it’s a beautiful way to practice self-love and i imagine it would be a healing measure for those who struggle with body issues. depending on your preference, you can let your fantasy take you wherever (with whoever) you want (without hurting anyone’s feelings) or you can imagine a certain quality of energy you would like to experience. i personally prefer no porn (and no or little toys) as i find the sensation to be much more intense & deeper.

i’m currently single without any interest in one-night stands. by self-pleasuring, i still get to enjoy the deliciousness of an orgasm, allowing the flow of sexual energy to flood my body. all the orgasms my body has experienced and the positive energy coming from that resonate in my body and are stored in my pleasure-treasure box!

next time i’m in a relationship, my partner will benefit from all the pleasure my body has already felt through masturbating. i’m offering him a juicy gift! once we get physically intimate – and even before – his presence will evoke pleasure from that lusty place. my body beaming with radiance and exuding sexual energy will also have a palpable, positive effect on him. plus, it’s also quite beautiful (=fucking hot) to self-pleasure with your partner.

oh yes, my body and soul yearn to be intimate with a man and being patient isn’t always easy. sometimes the desire can be excruciating, when all your heart and body ache for is embodied intimacy. nothing is ever black or white and so i also find there is a certain sweetness in this longing.

it’s teaching me to sit with my desire and everything that comes with it: feeling the pain of not connecting and being able to express myself in a certain way, of not sharing a loving, embodied experience. feeling this is a conscious choice because i don’t want to shut myself off from feeling this deep yearning.

instead of judging myself for feeling this way, i accept it as an invitation to shepherd myself – acknowledging my emotions and allowing them to be, keeps my heart soft and open. you can be simmering with (unmet) desire and still be strong.

i’m not afraid of my vulnerability because (meanwhile) i know how to look after myself and trust myself to make healthy choices. although that doesn’t necessarily mean i can always avoid a painful experience. instead of putting up a guard and hardening, i still prefer getting hurt over suffering from a cold and calcified heart.

no dating apps for me, i’m in no hurry. i have nothing against them and know that they work for a lot of people. but when i meet someone in person, i can feel them, sense their vibe and go from there. i have no interest to swipe through profiles and invest my time into writing to someone i haven’t met in person.

so, until i meet someone who i would like to become intimate with, self-pleasure is my gift to me. it allows me to keep the juices flowing and embody my sexual essence. everyone is different, libidos are different and some people don’t have the desire for sex at all. but if you do, enjoy playing with your own yumminess. one day, it will also make a great gift for someone else 🙂

how to love better: conscious relating

in the past months, i’ve been watching some of john wineland’s videos and find his work quite intriguing. i really enjoyed this talk between him and luke storey. so refreshing! thanks for opening up, you guys. the world needs more men like you 🙂

„Spiritual intimacy teacher John Wineland returns to talk about conscious sexuality, why men need to cultivate the divine feminine, conscious ways to end a relationship, revealing the truth in your heart to the person you love, & so much more. “ (Source: Luke Storey, YouTube)

cyclical living

in my head, all my posts start in english, possibly because it's my first mother tongue. even though i grew up in germany - when it comes to writing, the linguistic part of my brain is instantly wired to the "english department". when i started blogging i opted for german because i wanted to reach the people in the country i live in. as much as i'd like to offer a german and english version of each post, it's not something i have time for. so, from now, i will switch languages once in a while. in order to have a menstrual cycle, you must be off hormonal contraception. condoms, nfp, diaphragma or a combination of both if you are not into condoms (assuming you're in a steady relationship), are safe methods to prevent pregnancy and much preferred among those who don't want to give up their menstrual cycle.

18 years ago, i started ritualizing my menstruation and living in tune with my menstrual cycle. a change so profound, its wave still ripples today.

one of the things i do when i menstruate is withdraw from society. when i’m on my moon, self-isolation is not something i choose because i (always and/or necessarily) feel the need to be by myself during this time. it is also not something i choose because i am in discomfort or pain. luckily, i was rarely plagued by cramps. most importantly, this choice is certainly not out of disgust or shame for my period. it’s something i do because it brings me back to my core, my roots, my power center, my inner knowing.

before and during menstruation, we are very susceptible and more in touch with our emotions, often the ones we most struggle with. this can sometimes feel raw and throw you off balance. still, there is much value in these feelings. if <<unpleasant>> emotions keep occurring around a certain topic, let’s say a relationship in your life, your work, some other issue – if it’s a pattern (not necessarily a one time thing), then you can be sure, something’s off.

so, instead of questioning or condemning these emotions or judging yourself, be grateful. you are being lead on to something! something you were unaware of, might not want to acknowledge or wish were different. many menstruators struggle particularly during the premenstrual phase and often experience a sense of relief once menstruation starts.

the ability to be by myself and stick it out when fear, regret, sadness, loneliness, anger, despair and doubt arise, has benefited me in several different ways. this practice has made me stronger & more resilient, softer & more receptive.

keeping pregnancies & period-free times after birth out of the equation, it’s been a total of 13 years that i’ve been actively engaged in this practice.

not living in a culture where it’s common for women to know much or live in tune with their cycles, let alone have a get-together place during their menstruation is something i have missed over the years. with this practice, i often felt lonely and a bit of a <<misfit>>. luckily, i have a friend who does the same and we have spent hours talking about this topic. although i usually choose to withdraw, there were occasions where i enjoyed some quiet, reflective and nourishing time with a female friend during my moontime. still, it’s more the exception than the rule since i appreciate the benefits from self-isolating.

in times where we are constantly on the go and with endless possibilities to distract ourselves, it is a healing and restorative measure that not only allows me to get in touch with myself on a much deeper level, but also brings me a boost of energy for the rest of the cycle.

the effects that a few days of rest and social withdrawal have on the rest of the cycle are undeniable: you feel an increase in energy in the following phases, which you can use to get a lot of stuff done – without going into the red. meaning, you can do all these things and won’t burn out because you retreat once a month when your body needs it most, allowing it to restore its energy. some cyclical beings already feel a strong need to withdraw prior to their bleeding.

if you haven’t given it a try, it’s hard to describe how deep & meaningful this time can be, how restored you feel afterwards. how, not only your body feels different during moontime (tired, heavy and grounded), but also, how you experience a shift in consciousness before and during menstruation, feeling much more permeable, deeply connected to your instincts & somewhat floaty.

besides following a certain diet while i menstruate – mainly vegan, so no dairy, eggs or meat, no or little coffee, no alcohol- some of the things i do include: socializing as little as i can, cancelling appointments or meetings if possible, not doing any housework for a certain amount of days (4 days), not cooking but prepping easy meals or letting my kids do the cooking, asking the father of my children to take over, only doing the minimum amount of answering emails, otherwise avoiding my phone and computer (unless i write for my blog, which is my creative outlet), getting off social media (5 days), not watching the news, netflix or movies, avoiding strenuous sports (in my case, thai boxing) as well as certain yoga poses that are detrimental during menstruation.

depending on your interests, it’s a good time to rest, relax, meditate, reflect, journal, do something creative (knit, sew, paint, write a song, you name it), read an empowering book, get in touch with your feelings, let go of old baggage, make room for new ideas and allow yourself to grow and expand.

if i am among other people, i imagine being in a cocoon, where i’m still present, yet somewhat removed and shielded. not always, but often people will pick up on the fact that i’m not in a small-talk or socializing mood. when the father of my children is unavailable and i take them outdoors, for example, i make sure to bring a blanket and lie on the ground. connecting to the earth feels especially satisfying and grounding when i’m on my moontime.

this practice isn’t about always <<getting it right>>. it’s about giving it a chance in the first place, allowing the cyclical nature of your body to take over. pay attention to your cyclical needs and reclaim the power that comes with this choice. over time, this practice will help you become more intuitive and assertive.

i understand it’s not <<practical>> – living in a cyclical body at this time in this culture is often a challenge, no doubt! but i’m convinced, not giving your body what it needs, ignoring or even surpressing its (cyclical) nature, will negatively affect you and leave its traces.

if you’re hesitant, but curious about taking some time out during your menstruation, start with small steps – really small steps. make the smallest change possible, just one. maybe it’s not drinking alcohol, not going to the gym, asking your partner to do the cooking, leaving work a little earlier or cancelling a social event or (not urgent) doctor’s appointment you had planned during this time.

i bet, if you stick to this for a few months, you will want to start taking more and more steps. there is so much to be gained from this – but, don’t take my word for it, see for yourself.

if you start this practice, it helps to write down your emotions, thoughts, changes in your perspective, new experiences or obstacles you might encounter. being disciplined about your practice always pays off. still, it’s all about staying soft and fluid, not rigid and headstrong (speaking from experience here). this is about connecting to your essence and getting out of your head and into your womb space!

once you’ve decided to establish a menstruation ritual of your own, make sure you apply the renewed energy for the remaining cycle consciously. don’t burn it all up right after you’re finished menstruating, use it gradually. feel your energy increase. you may also feel the change in the quality of your energy physically, such as a tingling in your solar plexus or sex organs or by having a very clear and focused mind.

the energy that follows after menstruation is all about playing with ideas, asserting yourself in the world, taking up challenges, getting stuff done and connecting with people. see how living in tune with your cycle and taking a break during menstruation serve you. after all these years, i still very much enjoy this art of living!

feel free to drop me a line if you have any questions or want to share your experiences: kate@muschileaks.de

body literacy or the kind of knowledge no book can teach you

ja, dieser beitrag hat schon fettnäpfchenpotenzial. so what, raus damit. als ich 2002 begann zyklisch zu leben und mein menstruationsritual zu praktizieren, wusste ich nicht sonderlich viel über  hormonelle oder physiologische vorgänge während des menstruationszyklus. heute weiß ich zwar mehr als damals, aber eine expertin auf diesem gebiet bin ich nicht, da mein schwerpunkt woanders liegt. um meinen körper lesen zu lernen, war dieses wissen nur sehr begrenzt erforderlich.

wissenschaftliche informationen über den menstruationszyklus sind interessant und können hilfreich sein, wenn es darum geht den eigenen körper besser zu verstehen.

auschlaggebend ist letztlich, dass du ein gespür für deinen körper und seine signale, seinen rhythmus, deine stimmungen, unterschiedlichen kraftlevel je nach zyklusphasen und qualitäten von energie entwickelst. dass du ein gefühl dafür bekommst, was ihm wann gut tut – und was nicht.

wenn du ganz am anfang bist und zyklisch leben für dich neuland ist, braucht es vor allem zeit und viel achtsamkeit. das absetzen hormoneller verhütung ist eine grundvoraussetzung, um einen menstruationszyklus zu haben. je länger du zyklusbewusst lebst, umso mehr wird dein gespür für deinen körper und zugang zu deinem instinktwissen wachsen.

wir kommen aus einer patriachalen, christlich geprägten kultur, in der sogenanntes buchwissen und wissenschaft einen hohen stellenwert genießen. emotionales sowie körper-und instinktwissen spielen in diesem system nach wie vor eine untergeordnete rolle und erfahren kaum wert- dafür leider aber häufig geringschätzung.

dabei ist es genau diese art von wissen, die es erfordert, wenn wir unseren menstruationszyklus kennenlernen wollen. fundiertes fachwissen? schön und gut. aber welchen wert hat es, wenn wir am ende unseren eigenen körper nicht lesen können?

bitte nicht falsch verstehen: ich rede buchwissen nicht schlecht. es kann für menschen mit oder ohne zyklische körper nützlich und aufschlussreich sein- gerade weil frauen in den naturwissenschaften nicht gerade zahlreich vertreten sind, finde ich es wichtig, dass wir uns diese bereiche (bei interesse) erschließen. vor allem, wenn es dabei um unsere eigenen körper geht.

eine voraussetzung, eine zwangsläufigkeit, ein muss, wenn wir beginnen zyklisch zu leben, ist dieses wissen jedoch nicht und wir sollten nicht den fehler wiederholen und diesem wissen einen höheren wert beimessen. idealerweise ergänzen sich körper- und buchwissen und gehen hand in hand.

mittlerweile lese ich auch gerne blogs, die sich mit wissenschaftlichen informationen über den menstruationszyklus beschäftigen und es für uns leser*innen verständlich aufbereiten. es kann auf jeden fall neugierde wecken und für den ein oder anderen aha-moment sorgen.

aber es kann körperwissen nicht ersetzen.

lern deinen körper kennen, sei wachsam, lern seine signale richtig deuten, nimm dir zeit und erlebe bewusst die unterschiedlichen zyklusphasen. bewerte deine zyklischen bedürfnisse nicht, sondern versuch deinem körper das zu geben, was er gerade braucht. lerne, diesem wissen zu vertrauen. es ist ein essentieller teil von dir. instinktwissen und zyklusbewusstsein bringen dich deinem kern näher und verwurzeln dich auf elementare weise in der welt.

wenn du eines tages schwanger werden möchtest/wirst, wird dir dieses wissen zugute kommen. den eigenen körper gut zu kennen, ist sowohl in der schwangerschaft als auch während der geburt eine große bereicherung.

book knowledge & science is great, but remember to stay connected & in tune with your body. become body literate. your cyclical body is a treasure chest full of hidden gems. go explore and dive into this rich sea of deeply-rooted wisdom, it’s all yours. from the moment of your menarche until you enter menopause – she is there, waiting for you patiently.

bleibt alle gesund & munter & wenn möglich, zuhause! #flattenthecurve

männerkolumne auf jetzt

dank charlotte roche, deren mann martin heute im interview ist, bin ich auf diese kolumne gestoßen. wie schön! ist ja klar, was ab sofort meine donnerstägliche lektüre ist. früher hatte ich viele männliche freunde, heute besteht mein freundes- und bekanntenkreis vor allem aus frauen. seit ich wieder mehr freizeit habe & arbeite, komme ich auch wieder mehr mit männern ins gespräch und das find ich richtig gut!

„Groß, stark und mächtig“ – in dieses Bild muss heute kein Mann mehr passen. Aber was kommt stattdessen? Das haben wir uns von alten und jungen, bekannten und ganz normalen Männer erzählen lassen. Jede Woche Donnerstag stellen wir hier einen vor. “ (Zitat: jetzt.de/05. März 2020)

https://www.jetzt.de/tag/maennerkolumne

zyklus-workshop in mannheim

angesichts der momentanen situation & ausbreitung des covid-19 ist der workshop anfang april abgesagt.

du bist ein zykluswesen aus mannheim oder umgebung? dann nix wie los & ab zur anmeldung! ich war heute schon fleißig plakate aufhängen und bin gespannt auf die rückmeldungen.

nähere infos & anmeldung unter: http://muschileaks.de/workshops/workshop-zyklisch-leben/

#unhatewomen

sprache schafft realität. immer wieder hörte ich diesen satz damals im studium. wenn ich mir vorstelle, dass mein sohn oder meine töchter eines tages solche texte zu hören bekommen, macht mich das wütend und traurig. ich höre gerne rap und hip hop, aber bei diesen aussagen verschlägt es mir die sprache. woher kommt diese verachtung? warum der hass? was für eine starke kampagne, danke terre des femmes! 

„Gewalt gegen Frauen ist nicht immer nur physisch. Auch Sprache kann Gewalt sein. Verbale Gewalt gegen Frauen wird millionenfach gehört, geliked und gefeiert – und so zum Teil unseres Alltags und unserer Sprache.

#UNHATEWOMEN macht diese Gewalt gegen Frauen sichtbar.

Verbreite #UNHATEWOMEN und poste den Hashtag unter frauenverachtende Texte, Songs oder Posts. Bring die Gewalt zur Sprache und sensibilisiere dafür, dass auch Worte Gewalt sein können. Damit Hassrede gegen Frauen nicht weiter unwidersprochen bleibt und zur Normalität wird.

TERRE DES FEMMES fordert die konsequente Bekämpfung und Strafverfolgung von Hasskriminalität gegen Frauen und Mädchen im Internet. “ (Quelle: https://www.unhate-women.com/de/, 04. März 2020)

Auch auf YouTube:#unhatewomen