MuschiLeaks?

oh ja, der name. sorgt immer wieder für gesichtsentgleisungen.
glaubt mir, die namenssuche war zäh und hat eine gefühlte ewigkeit gedauert. dann, eines abends war es soweit. erst kam er mir selbst fast nicht über die lippen – schließlich ist meine katholisch/us-amerikanische erziehung nicht ganz spurlos an mir vorbeigegangen und ich hatte weiß gott neutralere, weniger „schlüpfrige“ namen in der pipeline.

doch ich konnte einfach nicht widerstehen: die anspielung auf WikiLeaks, das teilen von „geheimen“ informationen (menstruation=tabu), das wortspiel (to leak = durcksickern, auslaufen), die leichte provokation … what’s not to like?

wieso <<muschi>>?
weil ich die lockere, freundliche bezeichnung einfach mag – und meine muschi mag ich auch.

dass ich nicht immer positive reaktionen auf meinen blognamen erhalten würde, war mir von anfang an klar. die einen feiern ihn, die anderen rümpfen die nase. aber wer polarisiert, macht auch neugierig…

nun sind die inhalte, die ich hier mitteile keineswegs geheim! aber manchmal könnte man glatt den eindruck gewinnen. viele frauen wissen sehr wenig über ihren körper, denn wir sprechen nicht offen über die abläufe und bedürfnisse des weiblichen körpers und so finde ich den gedanken, dass es sich ein stück weit um geheime informationen handelt doch nicht ganz so abwegig.

ich fühle mich in meiner zyklizität und sexualität nicht gesehen. doch nicht nur der mangel an sichtbarkeit, sondern die verzerrte darstellung und wahrnehmung von frauen in den medien und den köpfen unserer gesellschaft macht mich traurig und wütend. dass frauen dieses verfälschte bild (oft unwissend) internalisieren, finde ich besonders bedenklich, denn dadurch werden sie geschwächt. 

in unserer gesellschaft ist das bewusstsein für weibliche sexuelle bedürfnisse oder dafür, dass frauen lange lange zeit ihres lebens zyklische wesen sind, kaum vorhanden. jeden monat öffnet sich ein neuer kreis und ein alter schließt sich. jeder zyklus ist ähnlich, doch nie gleich. wenn wir uns auf den beat unserer natur einlassen, erkennen wir sich wiederholende muster, können uns fallenlassen und mit – statt gegen– unseren körper arbeiten.

wir können versuchen unsere aktivitäten weitgehend im einklang mit diesem rhythmus zu planen und darauf achten, dass unser körper das bekommt, was er von uns braucht. ein zyklusbewusstsein hilft uns unsere bedürfnisse zu erkennen und ihnen gerecht zu werden. damit wir nicht irgendwann leerlaufen und ausbrennen, sondern immer gut im saft stehen. die menstruation ist eine phase im zyklus, die sich zum auftanken geradezu anbietet. warum sollten wir diese also nicht zum rückzug und zur erholung nutzen?

eine frau, die nichts über ihren körper weiß, ist vielleicht eine geschwächte oder kranke frau, weil sie die bedürfnisse ihres körpers nicht kennt und sie unwissentlich missachtet.

es gibt viele möglichkeiten das thema menstruation, das oft polarisiert, aufzugreifen. es gibt einige künstlerinnen, autorinnen und aktivistinnen, die sich zum thema menstruation äußern. nicht alle ansätze teile ich, manche widerstreben mir. dennoch sorgen diese frauen dafür, dass das tabu zur sprache kommt und mehr publicity erhält. und allein dafür bin ich ihnen schon ungemein dankbar.

unsere muschi sollten wir öfter mal feiern! unsere gute muschi, die monat für monat, jahr für jahr, leakt. und das für mehrere jahrzehnte! sie leakt unseren fruchtbarkeitsschleim, sie leakt unser menstruationsblut. sie leakt nach dem orgamus vaginalsekret und sie kann sogar babies und einen mutterkuchen in die welt leaken. wir sollten uns nicht ekeln vor unseren leaks und da gibt’s auch nix wofür wir uns schämen müssten.

lasst uns die männer mit ins boot holen und sie über unsere sexuellen und zyklischen bedürfnisse aufklären. genug geschwiegen. time for muschileaks.