infos zum menstruationszyklus und verhütungsmethoden

diese informationen sind nach bestem wissen erstellt und sollen dir als sprungbrett dienen, um dich selbst näher mit deinem menstruationszyklus und alternativen verhütungsmethoden vertraut zu machen. alle angaben sind ohne gewähr und ersetzen nicht die eigenrecherche oder eine fachliche beratung durch eine/n frauenärztin/frauenarzt oder eine*n nfp-berater*in. nfp steht für natürliche familienplanung. last update: 12. juni 2020

unter zyklus versteht man den zeitraum vom ersten tag der menstruation bis zum beginn der nächsten menstruation, je nach zykluswesen also ± eine zeitspanne von 26 bis 32 tagen. der häufig genannte und – fälschlicherweise – als norm geltende 28-tage zyklus betrifft tatsächlich nur 13 % aller zykluswesen.

dieser weitverbreitete mythos ist der pille geschuldet.
der einnahmerhythmus der pille– 21 tage pille schlucken, 7 tage pause machen – hatte einen einfluß darauf, dass der 28-tage zyklus als gängiger menstruationszyklus wahrgenommen wird. how ironic, wenn man bedenkt, dass die pille den menstruationszyklus aushebelt.

unterschiedliche hormone beeinflussen deine körperliche befindlichkeit und auch dein lustempfinden und es kommt innerhalb deines zyklus zu hormonell bedingten energiehöhen und -tiefen. ausgehend von einem regelmäßigen zyklus, bekommst du etwa 12 bis 16 tage vor deiner menstruation deinen eisprung: es ist die zeit in der du fruchtbar bist und schwanger werden kannst. wenn das ei unbefruchtet bleibt bekommst du ca. 2 wochen später deine menstruation. wann dein eisprung ist richtet sich nach deiner zykluslänge! wichtig: bei einem kürzeren zyklus verschiebt sich dein eisprung entsprechend nach vorne, bei einem längeren zyklus entsprechend nach hinten. entsprechend ist die aussage, der eisprung sei in der mitte des zyklus falsch.

wir können maximal an 7 tagen im monat schwanger werden; 5 tage vor unserem eisprung, am tag des eisprungs und die nächsten 12 bis max. 24 stunden nach dem eisprung, danach ist das zeitfenster einer möglichen befruchtung abgelaufen. für die mit kinderwunsch: 3 tage vor dem eisprung und am tag des eisprungs ist eine befruchtung am wahrscheinlichsten.

//ein natürlicher zyklus ist nur dann möglich, wenn du keine hormonellen verhütungsmittel benutzt///

die blutung, die bei frauen auftritt, die die pille nehmen hat nichts mit einer natürlichen blutung zu tun, es handelt sich um eine entzugsblutung, die pharmazeutisch geregelt ist und die genauso gut an einem anderen zeitpunkt hätte stattfinden können, zum beispiel alle zwei monate oder wann auch immer. medizinisch gesehen besteht für diese entzugsblutung keine notwendigkeit.

durch das regelmäßige einwöchige absetzen der künstlichen hormone erleben frauen, die die pille nehmen nur scheinbar eine natürliche monatsblutung, also eine fake-blutung. die pille, hormonstäbchen und auch die hormonspirale verhindern einen eisprung und sind ein enormer eingriff in dein körperliches und emotionales empfinden – sie untergraben damit, aus meiner sicht, deine persönliche stärke.

das a und o liegt in der körperbeobachtung, d.h. dass du die zeit deiner blutung und deines eisprungs dokumentierst. es gibt mittlerweile zyklusapps. diese können aber die eigene körperwahrnehmung niemals ersetzen! das lesenlernen des eigenen körpers ist spannend und geschieht nicht über nacht.

ich selbst habe jahrelang erfolgreich natürlich verhütet (nicht zu verwechseln mit nfp!) indem ich meinen zervixschleim beobachtet habe. diese verhütungsmethode setzt eine äußerst genaue körperkenntnis und einen regelmäßigen zyklus voraus! zur zeit meiner fruchtbaren tage war ich entweder enthaltsam, hatte wenn, nur geschützten vaginalen geschlechtsverkehr oder habe darauf verzichtet und andere sexualpraktiken genossen.

zur zeit deines eisprungs ist dein zervixschleim klar und spinnbar. um das zu testen, nimmst du den schleim zwischen daumen und zeigefinger und ziehst ihn auseinander: wenn der faden hält und nicht reißt, bist du fruchtbar.

bevor du natürlich verhütest, würde ich dir einen zeitraum von 6 monaten empfehlen in dem du deinen eigenen zyklus erstmal beobachtest und festhältst, etwa durch ein zeichen im kalender, z.b. blutstropfen, wenn du menstruierst und kreis, wenn du deinen eisprung bekommst. kommt deine menstruation regelmäßig? wie lange dauert sie? wann ist dein eisprung? kannst du deinen zervixschleim richtig interpretieren? spürst du deinen eisprung? manche frauen spüren während ihres eisprungs ein links- oder rechtsseitiges ziepen im unterleib. das kommt daher, dass du immer nur auf einer seite ovulierst, also deinen eisprung hast, und deine eierstöcke sich (unregelmäßig) abwechseln.

natürlich verhüten ist nicht das gleiche ist wie nfp! nfp wird auch als symptothermale methode bezeichnet und beinhaltet zusätzlich das messen und dokumentieren deiner körpertemperatur (basalttemperatur) und körpersymptome wie qualität deines zervixschleims und befund deines muttermundes. guten gewissens kann ich dir daher nfp empfehlen, da es, bei korrekter anwendung des regelwerkes, eine bombensichere verhütungsmethode ist!

mach dich auch mit alternativen verhütungsmethoden vertraut. vielleicht ist ein zykluscomputer eine gute investition. weitere alternativen hormonfreier verhütung sind kondome, diaphragma, sexuelle enthaltung um die zeit deines eisprungs bzw. keinen ungeschützten vaginalverkehr oder ein ausweichen auf anal- oder oralverkehr. vom coitus interruptus (vorher rausziehen) würde ich euch dringend abraten. gerade um euren eisprung ist das eine ziemlich riskante angelegenheit.

falls du einen partner hast und die familienplanung bei euch abgeschlossen ist könnte eine vasektomie eine mögliche lösung sein. es ist ein kleiner, unkomplizierter eingriff, der ambulant durchgeführt wird und bei dem die samenleiter des mannes verödet werden. manche frauen entscheiden sich für die kupferspirale. eileiterschwangerschaften sind selten, können aber vorkommen. für mich ist diese art der verhütung keine alternative, da mir die vorstellung eines eingepflanzten fremdkörpers in der gebärmutter widerstrebt. am besten sprichst du mit deiner frauenärztin oder mit deinem frauenarzt darüber und lässt dich beraten (und bitte nicht entmutigen!).

hier findest du eine liste mit nfp-beraterinnen in deiner nähe.
alle beraterinnen haben eine fundierte standardausbildung und die beratung ist kostenpflichtig:

https://www.nfp-online.com/?page_id=4074