jedermannbrief zum weltmenstruationstag!

lieber mann,
dieser beitrag ist für dich.
du lebst in einer welt voller frauen*. geboren wurdest du auch von einer. es ist wichtig, dass du die zyklische natur von frauen verstehst und dich über den menstruationszyklus informierst. daher schreiben wir dir, denn wir brauchen dich mit im boot! wir, das sind deine arbeitskolleginnen, freundinnen, lehrerinnen, schülerinnen, schwestern, cousinen, tanten, ehefrauen, partnerinnen und töchter.

*auch wenn die meisten zyklischen menschen frauen sind: nicht alle frauen menstruieren und nicht alle menstruierende sind frauen.

(erstmals gepostet am 28.07.2019 | repost anlässlich mh day)

die menstruation ist in unserer gesellschaft immer noch ein tabuthema. bestimmt hast du mitbekommen, dass viele frauen ihre menstruation als lästig oder beschwerlich empfinden. die meisten zykluswesen (hauptsächlich frauen) wissen nicht, dass es die natürliche zeit im zyklus ist, um zur ruhe zu kommen, sich zu regenerieren und neue kraft zu tanken.

wir lernen nicht, dass unser zyklus ein wertvolles instrument ist, mit dem wir arbeiten können. wir werden nicht ermutigt unserem körperwissen zu vertrauen und werden nicht bestärkt unseren zyklischen bedürfnissen raum zu geben.

unter menstruationszyklus verstehen wir den zeitraum vom ersten tag der menstruation bis zum letzten tag vor beginn der nächsten menstruation. je nach frau beträgt seine länge zwischen 23 bis 35 tagen. der häufig genannte und – fälschlicherweise – als norm geltende 28-tage zyklus betrifft tatsächlich nur 13 % aller frauen. im zyklus gibt es einen energiehöhepunkt zum eisprung und einen tiefpunkt um die menstruation. kurz vor und während des eisprungs ist eine frau fruchtbar. wenn frauen ihren eisprung haben, duften sie besonders gut, sehen besonders gut aus und sind besonders durchsetzungsstark. etwa 12 bis 16 tage später menstruiert sie und scheidet das unbefruchtete ei, blut und die aufgebaute gebärmutterschleimhaut über mehrere tage aus.frauen haben während ihrer menstruation eine ausgeprägte intuition und verfügen über wertvolle skills, um probleme zu lösen. um effizient mit ihren kräften zu haushalten, können frauen anstreben, ihre aktivitäten und termine im einklang mit ihrem zyklus zu planen. auch die libido ist je nach zyklusphase mal sehr stark, mal weniger ausgeprägt - auch dieses wissen ist gold wert, wenn es um unsere sexuellen beziehungen geht.

schweigend ertragen viele frauen jeden monat mehrere tage lang menstruationsbeschwerden. dass regelschmerzen aber keine zwangsläufigkeit sind, ist leider den wenigsten bekannt. leidet eine frau an sehr starken schmerzen könnte dies ein anzeichen für endometriose sein, eine der häufigsten unterleibserkrankungen bei frauen. oft wird diese erst spät erkannt, da die schmerzen von gynäkologen unterbewertet werden.

auch unter frauen ist das unwissen über den menstruationszyklus noch sehr verbreitet. dabei gibt es viele möglichkeiten, wie sie ihren zyklus und die menstruelle phase positiv beeinflußen können: von der ernährung über lebensgewohnheiten bis zur informierten wahl ihrer monatshygiene. doch weder in der schule werden solche informationen vermittelt, noch geben frauen dieses wissen untereinander von generation zu generation weiter. 

wenn frauen untereinander über die menstruation sprechen, dann meist über ihre beschwerlichkeit, ihre lästigkeit. diskretion verspricht der herkömmliche tampon, der viele spuren von chemikalien enthält und in der nähe des krebsempfindlichen gebärmutterhalses sitzt.

bitte lies weiter. lies meinen brief. deiner mutter zuliebe. es war eine frau, die dich gebar. die dich an ihrem eisprung empfing und in deren gebärmutter du zehn monate lang herangewachsen bist. der umgang mit dem thema menstruation erfordert einfühlungsvermögen, geduld und verständnis. 

wenn du hetero bist und ihr (noch) keine kinder wollt, spielt auch für dich das thema verhütung eine rolle. kümmere dich gemeinsam mit deiner partnerin darum und beteilige dich an möglichen kosten. sich hinter unwissen zu verstecken, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch unsexy. von hormoneller verhütung rätst du deiner partnerin besser ab.

sie wird ihre zyklische natur verändern: körperlich und emotional. die pille unterdrückt den eisprung und es kommt nicht zu einer menstruationsblutung, sondern zu einer entzugsblutung der hormone, ausgelöst durch die mehrtätige einnahmepause der pille. entsprechend bleiben ihre zyklischen energiehöhe- und tiefpunkte aus und dem körper wird eine schwangerschaft vorgetäuscht, was eine art heimcheneffekt haben kann. ihre libido wird sinken, ihr geruchssinn wird sich verändern und auch ihr eigener geruch.

der geruch spielt bei der partnerwahl (auch hinsichtlich möglicher gemeinsamer kinder) eine rolle. lies dir mal die vielen möglichen nebenwirkungen auf dem beipackzettel durch, falls deine partnerin noch die pille nimmt. es wird dir vergehen. viele paare berichten von einem deutlichem lustgewinn nach dem absetzen der pille. zum beispiel charlotte roche und martin keß-roche von paardiologie 🙂

sprich auch mal mit anderen männern über das thema verhütung und über die risiken hormoneller verhütung oder der spirale. dass die pille den eisprung unterdrückt und dadurch den natürlichen zyklus verhindert und die spirale stärkere wie schmerzhafte regelblutungen sowie bisweilen eileiterschwangerschaften zur folge haben kann.

informiere dich über alternative verhütungsmethoden und entscheidet gemeinsam was für euch in frage kommt. der verzicht auf ungeschützten vaginalverkehr oder enthaltsamkeit während der fruchtbaren tage hat noch niemanden umgebracht.

viele frauen fühlen sich kurz bevor oder während sie bluten empfindsamer und verletzlicher. sei daher während der prämenstruellen und menstruellen phase besonders achtsam mit frauen. in dieser zeit ist ihre sensibilität ausgeprägter und ihre intuition erhöht. dadurch ist sie nicht nur für ihre eigenen, sondern auch die stimmungen und bedürfnisse ihrer mitmenschen besonders empfänglich.

vermeide lieber anstrengende gespräche oder bemerkungen über ihren gemütszustand und spar dir kritik besser für später. mit einer menstruierenden frau in konflikt zu geraten, kann sehr hässlich werden und tut weder ihr noch dir gut.

auch ihr „bullshit“ detektor funktioniert in der prämenstruellen zeit einwandfrei – sowohl bei sich selbst als auch bei anderen menschen. es ist nicht angenehm, den spiegel vorgehalten zu bekommen, aber wenn sie dir die unverblümte wahrheit sagt, ist es ein geschenk: sie zeigt dir deinen blinden fleck und du kannst diese offenbarung nutzen, um zu wachsen.

auch frauen, die in der menopause sind und nicht mehr menstruieren, wohnen besondere kräfte inne. sie tragen das wissen um die natur des zyklus in sich, sind diesem jedoch nicht mehr „unterworfen“. denkt daran, dass auch eure töchter zu frauen werden, die bluten und möglicherweise leben schenken. denkt an eure söhne, die mit ihnen leben werden.

entlaste deine mutter, schwester, arbeitskollegin oder partnerin während ihrer menstruation im haushalt oder auf der arbeit und übernimm verstärkt ihre aufgaben, wenn sie nichts dagegen hat. bestärke sie in ihrem wunsch nach rückzug, damit sie zur ruhe kommen und kraft tanken kann. sie zu gesellschaftlichen anlässen, wie zum beispiel abendessen oder parties zu nötigen, wenn ihr nicht danach ist, wäre unsensibel.

nenne ruhig auch mal den grund ihrer abwesenheit, sofern sie damit einverstanden ist. du trägst damit zur enttabuisierung des themas bei. ruhe und rückzug in der menstruation ermöglicht frauen, wieder mit vollem akku in den restlichen zyklus zu starten.

kümmere dich um ihre bedürfnisse. biete ihr einen tee an oder koch ihr etwas zu essen. ansonsten halte dich zurück, besonders sexuell. schlaf auf der couch, wenn sie abends für sich sein will. besorg ihr die gewünschte monatshygiene, wenn sie keine mehr im haus hat. kümmere dich gegebenenfalls verstärkt um die kinder und unternimm etwas mit ihnen, damit sie sich in ruhe zuhause regenerieren kann. vielleicht gibt es frauen, die all das nicht wollen. aber ich versichere dir, die meisten frauen werden sich über deine fürsorge freuen!

indem du verstehst, dass du es mit zyklischen wesen zu tun hast, wirst du uns in einem völlig neuen licht sehen und unser zusammenleben wird sich vermutlich verbessern. erzähle deinen freunden, brüdern, söhnen und arbeitskollegen von der zyklusnatur, die in uns frauen lebt. erzähl ihnen von uns, den leben-tod-leben meisterinnen. uns, die wir jahrzehntelange jeden monat – im kleinen – das sterben und werden erfahren.

lieber mann, steh uns zur seite und unterstütze die zyklusnatur in uns. du willst doch auch, dass frauen stark sind. dass sie ihre zyklischen und sexuellen bedürfnisse kennen, achten und kommunizieren. dass sie einen guten zugang zu ihrer intuition haben und danach handeln. lieber mann, sei ein mutiger mann. werde unser partner-in-crime!

with love,
team kate & zyklusnatur

p.s. seit ich vor 18 jahren mit meinem menstruationsritual begann, habe ich mit männern sehr positive erfahrungen gemacht. ob es verständnisvolle freunde, mitbewohner, kollegen oder partner waren, es war nie ein problem. sie unterstützten mich in meinem bedürfnis nach rückzug, waren offen, respektvoll und oft auch interessiert mehr über den menstruationszyklus zu erfahren.

BodyLeaks Festival 2021

es ist vollmond und statt eines neuen videos, geht heute mein neues baby online: BodyLeaks – Festival for Female Empowerment & Interconnection. schau doch mal auf instagram vorbei, finde heraus, worum es geht und folge unserem profil, denn es wird spannend!

design: phil himmelmann

https://www.instagram.com/bodyleaks/

cyclical living

in my head, all my posts start in english, possibly because it's my first mother tongue. even though i grew up in germany - when it comes to writing, the linguistic part of my brain is instantly wired to the "english department". when i started blogging i opted for german because i wanted to reach the people in the country i live in. as much as i'd like to offer a german and english version of each post, it's not something i have time for. so, from now, i will switch languages once in a while. in order to have a menstrual cycle, you must be off hormonal contraception. condoms, nfp, diaphragma or a combination of both if you are not into condoms (assuming you're in a steady relationship), are safe methods to prevent pregnancy and much preferred among those who don't want to give up their menstrual cycle.

18 years ago, i started ritualizing my menstruation and living in tune with my menstrual cycle. a change so profound, its wave still ripples today.

one of the things i do when i menstruate is withdraw from society. when i’m on my moon, self-isolation is not something i choose because i (always and/or necessarily) feel the need to be by myself during this time. it is also not something i choose because i am in discomfort or pain. luckily, i was rarely plagued by cramps. most importantly, this choice is certainly not out of disgust or shame for my period. it’s something i do because it brings me back to my core, my roots, my power center, my inner knowing.

before and during menstruation, we are very susceptible and more in touch with our emotions, often the ones we most struggle with. this can sometimes feel raw and throw you off balance. still, there is much value in these feelings. if <<unpleasant>> emotions keep occurring around a certain topic, let’s say a relationship in your life, your work, some other issue – if it’s a pattern (not necessarily a one time thing), then you can be sure, something’s off.

so, instead of questioning or condemning these emotions or judging yourself, be grateful. you are being lead on to something! something you were unaware of, might not want to acknowledge or wish were different. many menstruators struggle particularly during the premenstrual phase and often experience a sense of relief once menstruation starts.

the ability to be by myself and stick it out when fear, regret, sadness, loneliness, anger, despair and doubt arise, has benefited me in several different ways. this practice has made me stronger & more resilient, softer & more receptive.

keeping pregnancies & period-free times after birth out of the equation, it’s been a total of 13 years that i’ve been actively engaged in this practice.

not living in a culture where it’s common for women to know much or live in tune with their cycles, let alone have a get-together place during their menstruation is something i have missed over the years. with this practice, i often felt lonely and a bit of a <<misfit>>. luckily, i have a friend who does the same and we have spent hours talking about this topic. although i usually choose to withdraw, there were occasions where i enjoyed some quiet, reflective and nourishing time with a female friend during my moontime. still, it’s more the exception than the rule since i appreciate the benefits from self-isolating.

in times where we are constantly on the go and with endless possibilities to distract ourselves, it is a healing and restorative measure that not only allows me to get in touch with myself on a much deeper level, but also brings me a boost of energy for the rest of the cycle.

the effects that a few days of rest and social withdrawal have on the rest of the cycle are undeniable: you feel an increase in energy in the following phases, which you can use to get a lot of stuff done – without going into the red. meaning, you can do all these things and won’t burn out because you retreat once a month when your body needs it most, allowing it to restore its energy. some cyclical beings already feel a strong need to withdraw prior to their bleeding.

if you haven’t given it a try, it’s hard to describe how deep & meaningful this time can be, how restored you feel afterwards. how, not only your body feels different during moontime (tired, heavy and grounded), but also, how you experience a shift in consciousness before and during menstruation, feeling much more permeable, deeply connected to your instincts & somewhat floaty.

besides following a certain diet while i menstruate – mainly vegan, so no dairy, eggs or meat, no or little coffee, no alcohol- some of the things i do include: socializing as little as i can, cancelling appointments or meetings if possible, not doing any housework for a certain amount of days (4 days), not cooking but prepping easy meals or letting my kids do the cooking, asking the father of my children to take over, only doing the minimum amount of answering emails, otherwise avoiding my phone and computer (unless i write for my blog, which is my creative outlet), getting off social media (5 days), not watching the news, netflix or movies, avoiding strenuous sports (in my case, thai boxing) as well as certain yoga poses that are detrimental during menstruation.

depending on your interests, it’s a good time to rest, relax, meditate, reflect, journal, do something creative (knit, sew, paint, write a song, you name it), read an empowering book, get in touch with your feelings, let go of old baggage, make room for new ideas and allow yourself to grow and expand.

if i am among other people, i imagine being in a cocoon, where i’m still present, yet somewhat removed and shielded. not always, but often people will pick up on the fact that i’m not in a small-talk or socializing mood. when the father of my children is unavailable and i take them outdoors, for example, i make sure to bring a blanket and lie on the ground. connecting to the earth feels especially satisfying and grounding when i’m on my moontime.

this practice isn’t about always <<getting it right>>. it’s about giving it a chance in the first place, allowing the cyclical nature of your body to take over. pay attention to your cyclical needs and reclaim the power that comes with this choice. over time, this practice will help you become more intuitive and assertive.

i understand it’s not <<practical>> – living in a cyclical body at this time in this culture is often a challenge, no doubt! but i’m convinced, not giving your body what it needs, ignoring or even surpressing its (cyclical) nature, will negatively affect you and leave its traces.

if you’re hesitant, but curious about taking some time out during your menstruation, start with small steps – really small steps. make the smallest change possible, just one. maybe it’s not drinking alcohol, not going to the gym, asking your partner to do the cooking, leaving work a little earlier or cancelling a social event or (not urgent) doctor’s appointment you had planned during this time.

i bet, if you stick to this for a few months, you will want to start taking more and more steps. there is so much to be gained from this – but, don’t take my word for it, see for yourself.

if you start this practice, it helps to write down your emotions, thoughts, changes in your perspective, new experiences or obstacles you might encounter. being disciplined about your practice always pays off. still, it’s all about staying soft and fluid, not rigid and headstrong (speaking from experience here). this is about connecting to your essence and getting out of your head and into your womb space!

once you’ve decided to establish a menstruation ritual of your own, make sure you apply the renewed energy for the remaining cycle consciously. don’t burn it all up right after you’re finished menstruating, use it gradually. feel your energy increase. you may also feel the change in the quality of your energy physically, such as a tingling in your solar plexus or sex organs or by having a very clear and focused mind.

the energy that follows after menstruation is all about playing with ideas, asserting yourself in the world, taking up challenges, getting stuff done and connecting with people. see how living in tune with your cycle and taking a break during menstruation serve you. after all these years, i still very much enjoy this art of living!

feel free to drop me a line if you have any questions or want to share your experiences: kate@muschileaks.de

zyklus-workshop in mannheim

angesichts der momentanen situation & ausbreitung des covid-19 ist der workshop anfang april abgesagt.

du bist ein zykluswesen aus mannheim oder umgebung? dann nix wie los & ab zur anmeldung! ich war heute schon fleißig plakate aufhängen und bin gespannt auf die rückmeldungen.

nähere infos & anmeldung unter: http://muschileaks.de/workshops/workshop-zyklisch-leben/

gastbeitrag: verletzlichkeit bei pms

auf instagram bin ich auf diesen interessanten beitrag gestoßen - what a gem! danke @zyklusakademie, dass ich ihn hier teilen darf! mir hat die analogie zur gebärmutterschleimhaut sehr gut gefallen. quelle: die zyklus akademie, autorin: lena röpert, posted on instagram: 05.februar 2020 

“ In der zweiten Zyklushälfte wird man dünnhäutiger und damit durchlässiger. Das bedeutet auch, dass man natürlicherweise empfindlicher und verletzlicher ist. In unserer Gesellschaft hat Verletzlichkeit allerdings keinen besonders hohen Stellenwert.

Im Gegenteil. Dabei bewahrt sie uns davor zu gefühlskalten und lieblosen Robotern zu werden. Verletzlichkeit ist der Zugang zu unserer Seele, der Ursprung von Liebe, Empathie, Mut und Kreativität.

Ich finde es sehr hilfreich sich im Zusammenhang warum wir im inneren Herbst dünnhäutiger werden, auch nochmal das Bild der Gebärmutterschleimhaut vor Augen zu führen:

Zu Beginn des inneren Frühlings beginnt sie sich immer mehr aufzubauen, bis sie im inneren Sommer ihren Höhepunkt erreicht. Dort sind wir auch in unserem Sein meist am „dickhäutigsten“, haben ein dickes Fell, uns kann kaum was anhaben oder aus der Bahn werfen.

Es ist, als hätten wir eine mehrschichtige, schützende Rüstung angelegt. Welche wir, sofern keine Einnistung stattgefunden hat, in der zweiten Zyklushälfte langsam wieder abstreifen. Genauso beginnt sich das Endometrium in der Gebärmutter loszulösen, um dann mit der Menstruation wieder abgestoßen zu werden. 

Es kann sich für viele überwältigend und beängstigend anfühlen, auf einmal ohne diese Schutzhülle dazustehen. Dieser Prozess geht manchmal auch einher mit der Loslösung von anderen Dingen im Leben, die wir nicht mehr brauchen. Genau dieses zu erkennen, kann manchmal sehr schmerzhaft sein.

Aber genau das ist das Prinzip eines jeden Zyklus! Es muss etwas „sterben“ bevor es wieder von vorn losgeht.

Je bewusster man in diesem Prozess ist und je mehr es einem gelingt sich selbst in dieser Phase zu halten, desto besser gelingt es einem damit umzugehen. (…) “

was für ein wertvoller post! danke, liebe lena röpert, dass ich ihn hier teilen darf! mehr infos zu lena und thea von „die zyklus akademie“ findet ihr hier: https://linktr.ee/zyklusakademie

empfehlung: menstruality (podcast)

ein podcast zum menstruationszyklus von clara carolina. ich muss gestehen, dass ich nur kurz reingehört habe, aber ich hab ein gutes gefühl 😉 clara carolina, mir gefällt deine stimme & ich freue mich schon drauf, mir bald in ruhe ein paar deiner folgen anzuhören. liebe fellow zykluswesen, hört hier mal rein:

making friends with pms

seit ich meinen blog schreibe, werde ich immer wieder auf das thema pms angesprochen. viele frauen struggeln mit der herbstzeit im zyklus – meistens fallen sätze wie "ich hab da immer ein ziemliches stimmungstief",  "mein freund und ich kriegen uns in dieser zeit immer in die haare", "ich könnte die ganze zeit nur heulen" oder "ich bin einfach gereizt und genervt von gott und der welt". weder habe ich besonders viele bücher zum thema menstruationszyklus  gewälzt, noch besitze ich einen bachelor in menstruationskunde oder küchenpsychologie. doch als es mir vor vielen jahren wie schuppen von den augen fiel, dass ich ein zykluswesen bin, begann ich mich und meinen körper zu lesen: was passiert in mir und wie fühle ich mich während meines zyklus? 

ich beobachte auch andere frauen und merke es meistens, wenn sie menstruieren oder ihren eisprung haben. mein ansatz besteht vor allem im beobachten, zuhören & hinein spüren. das, was ich bei mir und anderen wahrnehme, versuche ich dann auch im kontext zu reflektieren: in was für einer gesellschaft leben wir? welche werte und normen prägen unsere kultur? wie ist die jeweilige lebenssituation der person?

was mich an der bezeichnung „pms“ stört, ist die negative wertung, die dem begriff anhaftet. jetzt könntest du sagen: „ja klar, ist ja auch eine beschissene zeit.“ aber ich glaube genau da liegt die krux begraben: mit der abwertung einer bestimmten zeit im zyklus.

wenn wir etwas abwerten, lehnen wir es doch automatisch ab. es geht mir nicht darum zu sagen: „geil, ich feier! es ist wieder herbstzeit (pms)!“ nein, von schönreden war nicht die rede. aber ich glaube der erste schritt, um mit dieser zeit im zyklus frieden zu schließen, liegt in der akzeptanz.

akzeptiere es erstmal, dass du dich während dieser zeit vielleicht empfindsamer, gereizter, trauriger, aggressiver oder rückzugsbedürftiger fühlst. dass du anfälliger bist für selbstzweifel und die stimmen deiner inneren kritiker.

jetzt geh einen schritt weiter und frage dich, ob es etwas gibt, das du tun kannst, um mit diesen emotionen besser umzugehen? wie könntest du diese gefühle lindern? vielleicht bleibst du in dieser zeit lieber für dich oder unternimmst etwas, das dir freude bereitet? vielleicht hilft es dir sport zu treiben, dir die seele aus dem leib zu tanzen oder aus vollem hals zu deiner lieblingsmusik zu singen? möglicherweise ist dir eher nach unter die bettdecke verkriechen und ausheulen zumute? brauchst du gerade besonders viel nähe und geborgenheit oder gehst du lieber auf abstand zu deinem partner? finde heraus, was dir gut tut in dieser zeit und sorge für deine zyklischen bedürfnisse.

auch über deine ernährung kannst du etwas für dein zyklisches wohlbefinden tun. ich kann dir an dieser stelle leider keine tipps geben, welche nahrungsmittel dir während der prämenstruellen zeit besonders gut tun. aber mach dich doch mal schlau und schau mal, ob du damit eine verbesserung deiner gemütslage begünstigen kannst.

möglicherweise hilft es dir, wenn du über deine gefühle sprichst und deine bedürfnisse kommunizierst. eine bekannte erzählte mir letztens, dass ihr mann sie gebeten hat, ihm ein signal zu geben, wenn wieder ihre herbst- und winterzeit im zyklus vor der tür steht. sie hängt jetzt immer einen halbmond auf, wenn sie „pms“ hat und einen vollmond, wenn ihre blutung einsetzt. da sie um diese zeit immer streit kriegen und beide das total doof finden, wollen sie es über diese visuellen marker versuchen. er hat sich vorgenommen, dann auf abstand zu gehen und sich verstärkter einzubringen, wenn es um die kinder und den haushalt geht und sie übt sich darin, diese zeit im zyklus zu akzeptieren und mehr auf ihre zyklischen bedürfnisse zu achten.

vielen frauen hilft es, wenn sie tagebuch schreiben. vielleicht ist das auch eine möglichkeit für dich, um dinge zu reflektieren oder dir einfach mal alles von der seele zu schrieben? spür mal hin, was gerade bei dir los ist und sei auch offen für botschaften auf anderer ebene: ahnungen und träume enthalten oft sehr wertvolles wissen, besonders vor und während der menstruation!

egal wann jetzt im zyklus „negative“ emotionen auftreten:
vielleicht kannst du auch den nutzen in diesen gefühlen erkennen. gibt es etwas oder jemanden, der dir energie raubt? sorgst du gerade für deine bedürfnisse? hast du genug geschlafen und gut gegessen? bist du sexuell erfüllt? hast du genug zeit für dich? gibt es etwas tieferes, das in deinem leben klärung bedarf? gibt es etwas, das du in deinem leben stark vermisst und gerne anders hättest? befindest du dich gerade in einer zeit des umbruchs, z.b. jobwechsel, umzug, verlust eines geliebten menschen, ende einer beziehung, (scheinbar) unlösbare konflikte in der partnerschaft, familie oder im freundeskreis? bist du gerade krank und dadurch geschwächter als sonst? schau, ob es vielleicht etwas tieferliegendes gibt, das hinter diesen gefühlen steckt. mit einer ablehnenden haltung gegenüber dieser zeit im zyklus ist jedenfalls keinem geholfen.

and finally: good old masturbation. why not wank that pms-sucker away? ich bin ein großer fan von selbstbefriedigung. zu jeder zeit im zyklus. regelmäßige orgasmen verschaffen mir gute gefühle, bauen stress ab & entspannen. get comfy, have a wank and flood your brain with a good dose of endorphins!

challenge accepted

manchmal ist die zeit der menstruation schmerzhaft. ich meine nicht im sinne von körperlichen schmerzen – wobei auch diese manchmal ein hinweis auf eine emotionale verletzung sein können. ich meine seelisch schmerzhaft. denn je nach lebenslage, kann die menstruation auch – ähnlich dem winter mit seinen dunklen baumgerippen und der kalten, harten erde – eine ziemliche prüfung sein, wenn es darum geht, den unverblümten wahrheiten im eigenen leben ins auge zu blicken.

es sind nicht nur rückzug, ruhe und regeneration, die die menstruation und den winter verbinden. es gibt noch einen weiteren aspekt, den sie gemein haben: die entblößung. im winter sind die bäume kahl, ihre struktur für alle erkennbar. ähnlich verhält es sich manchmal in der menstruation: ob eine schwäche unserer persönlichkeit, eine schwierige beziehung, eine ungeklärte sache aus der vergangenheit, all dies wird in der zeit unserer blutung oft freigelegt. nackt und verletzlich, ohne schützendes, schmückenes blattwerk.

diese dinge zu entdecken, in all ihrer klarheit, kann schmerzhaft sein.
und sie zu betrachten, anstatt die augen zu verschließen, erfordert mut und die fähigkeit, das, was an gefühlen und erkenntnissen zum vorschein kommt, auszuhalten.

solche mondzeiten sind für mich eine chance und ich nehme sie an. challenge accepted. wenn auch nicht unbedingt gerne. aber immer in dem wissen, dass ich diese dinge sehen und fühlen muss, damit ich sie ziehen lassen oder einfach akzeptieren kann. immer in dem wissen, dass, egal wie schmerzhaft, dunkel und manchmal auch angsteinflößend das ist, was ich erkenne und fühle, es vorübergehen wird. dass der schmerz eine chance ist, etwas zu verstehen, das mich belastet und mir die gelegenheit gibt, damit abzuschließen oder eine entscheidung zu treffen, die mir inneren frieden bringt.

seit ich vor über 16 jahren begann, meine menstruation zu ritualisieren, hatte ich so einige aha-erlebnisse während dieser besonderen zeit im zyklus. nicht immer habe ich auf anhieb gewusst, wohin die reise geht und manchmal brauchte es viele zyklen, bis klar war, welche schlüsse ich aus diesen schmerzhaften erkenntnissen ziehen würde. aber eines steht fest: ohne die chance zu begreifen, die eine solche erkenntnis birgt, hätte sich manches nicht geklärt, womöglich nie verändert oder unnötig in die länge gezogen.

meiner erfahrung nach ist die menstruation die zeit im zyklus, die uns, wenn erforderlich, die ungeschonte wahrheit präsentiert. ob in form von träumen, ahnungen, gefühlen, ängsten oder inneren bildern. das macht die mondzeit, neben vielen anderen aspekten, für mich sehr wertvoll. das, was mich belastet, zu erkennen und wenn nötig, sterben zu lassen, ist nicht immer angenehm, aber es erlaubt mir, zu wachsen und etwas neues entstehen zu lassen.

in meiner letzten mondzeit hatte ich die möglichkeit, vieles zu betrachten und zu fühlen, was dunkel und schmerzhaft ist. es gibt zwar so einiges, was ich während meiner blutung tue und nicht tue, um gestärkt aus ihr hervorzugehen, aber diesmal habe ich verstärkt dinge getan, die mir gut tun, um mit diesem seelentief umzugehen – obwohl mir das schwer fällt, wenn ich mich so mies fühle. doch ich wusste, dass ich gerade jetzt gut für mich sorgen muss. und auch, dass ich diese gefühle aushalten muss – damit ich in diesen bereichen meines lebens heilung erfahren kann.

habe mich nicht hinreißen lassen, all meine mondzeitvorsätze über bord zu werfen und mich mit ablenkung zu betäuben. und habe, wie schon oft in den letzten jahren, erfahren, dass ich das kann: dunkelheit und schmerz aushalten. dass ich das kann: für mich selbst sorgen, wenn meine seele schreit. dass ich das kann: das, was mich schwächt, loslassen. das ich all das kann, in dem wissen, dass es mich stark macht.

meine mondzeit ist vorbei, die gefühle sind durchgestanden. ich bin voller energie und fühle mich stark. ich blicke auf die letzten tage zurück. auf das gefühlte, erkannte und die träume, die intensiv und botschaftsreich waren. und, wie so oft, verspüre ich dankbarkeit: für mein mondzeitritual und das wissen darüber, das mir dank tela lakes kapitel über die menstruation in ihrem buch, die mondtänzerin, zuteil wurde.

mein menstruationsritual gibt mir die möglichkeit, über meine grenzen hinauszuwachsen und lässt mich meine kraft spüren. es hat mich in kontakt gebracht mit meiner instinktnatur. die in mir lebt und die alles dafür tut, damit es mir gut geht. und der ich ihr dabei helfen kann, wenn ich ihrem ruf folge. egal wie dunkel der wald, wie steinig der weg und wie steil der berg. am ende erwartet mich immer eine höhle, in der ein wärmendes feuer brennt und mir ein schatz im klaren see entgegen funkelt.

das wüten der kali

es widerstrebt mir, die zeit vor der menstruation als pms abzustempeln, denn der begriff hat für meinen geschmack etwas pathologisierendes und ist mir zu undifferenziert.* manchmal spüre ich kurz vor meiner mondzeit ein kriegerisches und zerstörerisches element in mir aufkommen. ein inneres wallen und brodeln, als wäre ich ein vulkan kurz vor dem ausbruch. besonders dann, wenn ich mit einem menschen zeit verbringe, mit dem ich gerade ein angespanntes verhältnis habe. kali und parvati sind hinduistische göttinen und werden von mir hier sinnbildlich verwendet.

was mich zum ausbruch bringen kann, ist wenn meine vulkanstimmung kommentiert wird mit einer bemerkung à la „naja, kriegst halt bald deine tage“. aus dem mund einer nicht-menstruierenden person, sprich, einer person, die nicht weiß, wie es sich anfühlt ein zyklisches wesen zu sein, empfinde ich das oft als paternalistisch. verstanden fühle ich mich dadurch jedenfalls nicht und ich vermute anderen menstruierenden geht es genauso.

ich mein, es ist ja nicht so, dass frauen zu allen zeiten im zyklus einen spruch gedrückt kriegen. etwa um den eisprung rum ein „hey, du bist ja gerade so energiegeladen und umsetzungsstark, hast bestimmt grad deinen eisprung, oder?“. ist mir jedenfalls noch nicht passiert.

nee, meistens erlauben sich, gerade nicht-menstruierende personen dann eine bemerkung, wenn zykluswesen „schlecht drauf“ sind und dieses schlecht-drauf sein (zufällig?) in die zeit vor oder während der menstruation fällt. denn die dunklen seiten, die gesteht man frauen eben nicht so gerne zu. passt nicht so zum image von dem, was bei uns als „typisch weiblich“ gilt. wenn frauen im vulkanmodus sind – und das können sie zu jeder zeit im zyklus sein, wenn es dafür einen anlass gibt – stößt es den meisten sauer auf. manchmal auch in den eigenen reihen.

vor der menstruation fühle ich mich durchlässiger als zu anderen zeiten im zyklus. sowohl für die natur, meine mitmenschen und auch für meine eigenen baustellen. ich spüre wie sich mein bewusstsein verändert, so als würde ein schleier fallen und grenzen zerfließen. in dieser phase ist unsere energie eher nach innen gerichtet, dinge kommen zum vorschein und werden oft stärker wahrgenommen als vielleicht zu anderen zeiten im zyklus, wenn unsere energie eher nach außen gerichtet ist. dieses durchlässigsein ist manchmal begleitet von einem gefühl der schwere und dem beginnenden wunsch nach weniger sozialem austausch.

als würde mich die zeit vor der menstruation auf den nahenden höhlenmodus vorbereiten. manchmal habe ich auch das bedürfnis nochmal menschen zu treffen, etwas zu unternehmen, ein schönes essen zu kochen oder klarschiff zu machen, bevor ich dann den rückzug anstrebe. jeder zyklus ist schließlich etwas anders und existiert nicht abgekoppelt von unseren lebensumständen.

wenn ich gerade besonders mit jemandem hadere, ist die prämenstruelle zeit eine zeit, in der mit dieser konflikt nochmal bewusster wird und wo ich sensibler bin für die schwingungen, die von diesem gestörten beziehungsgeflecht, ausgehen. kommt es dann zu einer begegnung mit diesem menschen, spüre ich meine emotionen nochmal stärker und manchmal kommt es dann zum wüten der kali.

kali, die dunkle seite der gütigen, hellen und mütterlichen göttin parvati. kali, göttin der zerstörung, des todes und der erneuerung. kali, die erst dann ruhe gibt, wenn ich meinen frieden mit der situation gemacht habe. die mich all meinen zorn, meine enttäuschung, meine ohnmacht und meinen groll fühlen lässt, damit ich handele. damit ich nicht mehr wegschaue. damit ich das zerstöre, was mich klein hält, um dann das zum leben zu erwecken, was mich stark macht.

wenn es nötig ist, lasst sie ruhig ein bisschen wüten, eure kali. sie räumt nur ein bisschen auf und sorgt dafür, dass ihr die dinge und beziehungen, die euch kraft rauben, sterben lasst und diesen alten ballast los werdet. damit ihr neue aspekte in euren beziehungen zum leben erweckt und euch den dingen widmet, die euch keine energie ziehen. die menstruation eignet sich übrigens hervorragend zum loslassen. kali meint es wirklich gut mit uns und fordert uns auf, nicht gegen unsere bedürfnisse zu handeln. wenn unser umfeld dann hin und wieder ihren schrecklichen anblick zu gesicht bekommt, so what. ist vielleicht ein guter reminder, dass wir zyklische, facettenreiche wesen sind mit einer bandbreite an positiven und negativen emotionen. parvati, unsere fürsorgliche, liebende, verständnisvolle und freundliche seite, ist ja auch noch da.

wer mehr lesen mag, ich habe hier einen längeren beitrag zum thema pms verfasst: http://muschileaks.de/2019/07/30/pms-pro-matriarchal-society/

pms: pro matriarchal society

trotz mehrfach bekundeten interesses aus dem bekanntenkreis, habe ich mich lange vor dem schreiben eines beitrags über pms gedrückt. zum einen wollte ich mir genug zeit nehmen, um darüber nachzudenken, zum anderen ist es ein balanceakt: ich möchte die empfindungen, die viele frauen vor ihrer menstruation haben, anerkennen, gleichzeitig möchte ich das thema pms aus einem neuen blickwinkel beleuchten. ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich keiner frau ihre beschwerden oder empfindungen vor oder während ihrer menstruation in abrede stelle. viel mehr möchte ich dich, liebe leserin, bitten, dich mit einem frischen blick dem thema pms und menstruation zu nähern. sei in der zeit vor und vor allem während deiner blutung besonders achtsam und liebevoll mit dir.

frauen, die in kulturen aufwachsen in denen die menstruation kein tabu ist, leiden häufig nicht an menstruationsbeschwerden und es gibt wissenschaftliche untersuchungen, die das phänomen pms in frage stellen. ich höre schon deinen entrüsteten aufschrei, liebe leserin. doch bitte, lies weiter.

aus eigener erfahrung weiß ich, dass wir bereits vor der menstruation feinfühliger und verletzlicher sind und möchte nicht so tun, als wären mir manchmal dünnhäutigkeit oder gereiztheit in dieser zeit fremd. ich bin in dieser zeit nachgiebiger mit mir und weiß, dass ich manchmal sensibler reagiere als vielleicht zu anderen zeiten im zyklus. meine träume sind in dieser zeit oft sehr intensiv und auch körperlich spüre ich, dass sich meine menstruation ankündigt, der ruf aus der höhle, dass sich etwas tut. viele frauen haben kurz vor der menstruation einen hormonell bedingten blähbauch und auch der zervixschleim verändert sich in konsistenz und farbe, wird zäher, klebriger und ist weiß oder weißgelblich.

ich erlebe die zeit vor der menstruation als eine zeit des übergangs und fühle, wie der alte zyklus sich dem ende zuneigt. ich spüre deutlich eine verschiebung meiner wahrnehmung und merke wie sich mein bewusstseinszustand allmählich verändert und alles durchlässiger wird. oft nutze ich die zeit kurz vor meiner menstruation, um nochmal schöne unternehmungen zu machen oder menschen zu treffen, die mich beglücken. oder ich bring die bude auf vordermann und erledige einkäufe und botengänge, bevor ich dann in „höhlenmodus“ gehe und den rückzug in der menstruation anstrebe. mir hilft es, egal wann im zyklus, meine gefühle so gut es geht nicht zu bewerten, sondern stattdessen hinzuhorchen, was sich dahinter verbirgt. besonders, wenn es sich dabei um sehr intensive emotionen handelt.

wo sehe ich also das problem mit pms?
pms pathologisiert und birgt die gefahr der falschen legitimation. es ist die einzige zeit im monat, in denen negative gefühle wie übellaunigkeit, irrationalität, wankelmut und wut bei frauen gesellschaftlich geduldet sind – weshalb sich manche frauen in dieser zeit womöglich dann entsprechend fühlen oder so verhalten. denn sie wissen, dass sie es „dürfen“.

richtig wäre doch, dass diese art von gefühlen oder auch weibliche gefühlsausbrüche, egal wann im zyklus, möglichst unbewertet von der außenwelt, gefühlt und geäußert werden dürfen. dass so allerlei gefühlsregungen jedesmal (!) auf den uterus geschoben wird und frauen zu bestimmten zeiten im zyklus gleich für hysterisch oder unzurechnungsfähig erklärt werden, ist ein echt alter hut! lass die arme alte höhle doch endlich mal in ruhe ihr ding machen.

solange der zeit vor und während der menstruation das schlechte-laune-stigma anhaftet, trägt diese (ab)wertung auch zur dämonisierung der menstruation bei. was besonders problematisch ist, da frauen sich dann möglicherweise erst recht vor und in dieser zeit ablehnen. oder abgelehnt werden.

die zeit vor der menstruation als pms zu pathologisieren, ist auch deshalb gefährlich, weil dann tatsächliche missstände nicht als solche bewertet, sondern einfach auf den einfluß der hormone geschoben werden und die betroffenen frau womöglich nichts an diesem missstand ändert oder ihn nicht als solchen erkennt. oder, sie wird, wenn sie etwas sagt, nicht ernstgenommen … so nach dem motto „hormone halt“.

außerdem führt es möglicherweise dazu, dass frauen sich an anderen zeiten im zyklus ihren frust oder ihre wut über einen missstand nicht eingestehen, ihre situation nicht verändern und diese gefühle dann womöglich ganz unterdrücken. 

es ist nicht so einfach: selbstverständlich haben hormone einen gewissen einfluß auf unsere gefühlswelt! aber genauso haben es gesellschaftliche erwartungen, denn wir sind stark von den norm- und wertvorstellungen der gesellschaft, in der wir aufwachsen geprägt und können den weiblichen körper nicht einfach als isolierten organismus betrachten.

inwiefern ist das sich-schlecht-fühlen vor und während der menstruation zum teil „erlerntes“ und internalisiertes verhalten? wieviel davon ist tatsächlich rein körperlich bedingt? inwiefern ist ablehnung und unwohlsein während dieser zeit ein resultat der tabuisierung der menstruation? weibliche gefühlszustände und körperempfindungen zu pathologisieren und ihnen den pms-stempel aufzudrücken, verhindert eine kritische auseinandersetzung mit dem weiblichen körper, gefühlen, dem menstruationszyklus und der prägung durch gesellschaftliche norm-und wertevorstellungen.

ein grund für emotionale unausgeglichenheit und menstruationsbeschwerden ist mit sicherheit, dass noch großes unwissen über den menstruationszyklus herrscht. das liegt daran, dass weder in der schule noch sonst wo grundlegende informationen über die menstruation vermittelt werden. frauen haushalten oft nicht effizient und in abstimmung mit ihrem zyklus mit ihren kräften, was dazu führen kann, dass sie dann noch vor ende des zyklus schon längst im notreservemodus laufen. oder sie tun, meist unwissend, dinge in der menstruation, die nicht zuträglich sind für ihr körperliches und emotionales wohlbefinden.

die menstruation braucht dringend einen – positiv (!) besetzten – raum. damit frauen, wenn sie wollen, sich einmal im monat in ruhe regenerieren können. nach ein paar tagen geht’s dann vollgetankt in den nächsten zyklus! läuft wie geschmiert, ich mach das schon ’ne weile 😉

here’s the good news: jede menstruierende frau hat die wahl, sich von alten mustern & ansichten zu lösen und sich auf ihre ganz persönliche entdeckungsreise zu machen. in der heutigen gesellschaft ist die menstruation noch immer ein tabu. ein klein bisschen beherzt musst du schon sein. ich hoffe du fühlst dich von meinen erfahrungen ermutigt.

auf der seite der society for menstrual cycle research findest du jede menge spannende artikel zum thema pms:

http://www.menstruationresearch.org/?s=pms


und hier erfährst du, wie auch du eine gute menstruation haben kannst:

http://muschileaks.de/cyclic-by-nature-empfehlungen-fur-eine-gute-menstruation/