10+1 Fragen mit Clara Carolina

Clara Carolina hat sich vor einigen Jahren dazu entschlossen, eine ganzheitliche Lösung für ihre damaligen Menstruationsbeschwerden und unregelmäßigen Zyklen zu finden. Ihr Weg hat sie zu einer nachhaltigen Veränderung ihres Lebensstils und zu ihrer heutigen Begeisterung und Berufung zum Thema Menstruation und Zyklusachtsamkeit geführt.

Sie teilt ihre Tipps und Erfahrungen für ein ganzheitliches Wohlbefinden, angenehme Perioden und ein Leben im Einklang mit dem inneren Rhythmus über ihren Podcast „Menstruality“ und auf ihrem Instagram-Account @clara.carolinaa. In Kürze (Sommer/Herbst 2020) erscheint zudem ein von ihr illustrierter Zyklus-Guide mit wertvollen und anschaulichen Inspirationen für eine angenehme Periode und einen harmonischen Zyklus.

Instagram: https://www.instagram.com/clara.carolinaa/

Worum geht es bei deinem Podcast „Menstruality“?

Ich möchte mit dem Podcast „Menstruality“ den Themen rund um Menstruation, Fruchtbarkeit, Zyklusgesundheit und Weiblichkeit mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit geben. Ich versuche meine Erfahrungen und dass, was ich gelernt habe und jeden Tag neu dazu lerne, anderen auf leichte und inspirierende Art zugänglich zu machen. Vor allem möchte ich bei anderen Zykluswesen das Interesse und die Neugier wecken, sich selbst auf den Weg zu machen und den eigenen Zyklus besser kennenzulernen und wertzuschätzen. Es geht viel um Aufklärung und Verbreitung von wichtigem Wissen, z.B. darüber wie Regelschmerzen überhaupt entstehen können und was Linderung verschaffen kann, welche extremen Auswirkungen die Pille hat oder wie man selbst für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt sorgen kann. Darüber hinaus steckt für mich hinter dem Begriff „Menstruality“ noch sehr viel mehr. Eins meiner Lieblingsthemen ist die innere Einkehr und der Rückzug von der Außenwelt während der Menstruation und wie uns das neue Kraft geben kann und uns auf das besinnt, was uns wirklich wichtig ist im Leben.

Was bedeutet es zyklisch zu leben?

Zyklisch zu leben bedeutet für mich zu akzeptieren, dass wir nicht jeden Tag gleich „funktionieren“. Dass wir achtsam mit unserer Energie und unserer Aufmerksamkeit umgehen und durch Selbstbeobachtung die natürlichen Schwankungen innerhalb eines Zyklus verstehen und lernen, mit diesen umzugehen. Und sie viel mehr noch für unsere Träume und ein erfüllteres Leben gezielt nutzen. Wenn wir uns selbst besser kennen lernen, kann uns das dabei helfen, uns so anzunehmen wie wir sind, mit allen Stärken und vermeintlichen Schwächen. Wir wissen, wann wir Ruhe und Entspannung sowie einen Rückzug in die Innenwelt brauchen und wann es wiederum Zeit ist, sich aus der Komfortzone herauszuwagen und Neues auszuprobieren. Wir können dadurch besser herausfinden, welche Aktivitäten zu welchen Zeiten besonders viel Sinn machen und das in uns schlummernde Potenzial spielerisch und auf leichte Art entfalten.

Es bedeutet für mich auch, dass wir der linear ausgerichteten Welt um uns herum zeigen und für uns selbst erfahren, dass es viel schöner und erfüllender sein kann, wenn wir nach unserem eigenen Rhythmus tanzen und unser Leben nach unseren natürlichen Zyklen ausrichten. Für mich heißt das unter anderem, dass ich meinen Alltag und meinen Beruf immer mehr so gestalte, dass es mir möglich ist, in dieser Welt zyklisch zu leben. Das heißt, mein Leben auf meinen inneren Zyklus und auf die Zyklen der Natur immer mehr anzupassen.

Welche Erfahrungen hast du mit hormoneller Verhütung gemacht?

Auf Empfehlung meiner damaligen Frauenärztin und aufgrund fehlender Aufklärung und Selbstrecherche habe ich mit 18 Jahren angefangen mit dem NuvaRing zu verhüten. Der NuvaRing ist ein Silikonring, der in der Vagina sitzt und regelmäßig durch einen neuen Ring ausgetauscht wird. Die Konzentration der hormonähnlichen Stoffe, sind die der Pille sehr ähnlich, nur geringer dosiert, da sie direkt über die Schleimhäute aufgenommen werden. Diesen Ring habe ich für etwa 5 Jahre als Verhütungsmittel verwendet. In der Zeit wurden meine Krämpfe und Schmerzen während der Abbruchblutung (bei hormoneller Verhütung findet kein Eisprung und somit auch keine Menstruation statt) so schlimm, dass ich drei Tage lang mit der erlaubten Höchstdosis an Schmerztabletten im Bett lag – und immer noch an Schmerzen litt. Diese psychische und körperliche Belastung wollte ich irgendwann nicht mehr ertragen und habe nach einer Lösung gesucht. Von der Schulmedizin nicht ernst genommen, habe ich angefangen alles über den menstruellen Zyklus zu lesen und zu lernen, was mir in die Finger gekommen ist. Zunächst habe ich den NuvaRing abgesetzt – anfangs mit einigen Bedenken. In der Zwischenzeit habe ich vieles an meiner Einstellung zur Weiblichkeit, meine Ernährung und meinen Lebensstill verändert. Meine erste richtige Menstruation hatte ich dann 7 Monate nach dem Absetzen. So gut wie schmerzfrei. Außerdem habe ich mich vom Wesen her komplett anders gefühlt. Meine Lust war wieder da, meine ständigen Blasenentzündungen waren weg und auch meine Stimmung hat sich deutlich erhellt. Ich hab mich wieder nach mir gefühlt und mich nochmal von Grund auf neu entdeckt. Nach und nach hatte ich wieder eine viel bessere Verbindung zu meiner inneren Stimme, meiner Intuition. Meine Bewunderung und Wertschätzung für den Zyklus und die verschiedenen Prozesse werden seitdem immer tiefer. 

Was schätzt du an deinem Menstruationszyklus?

An meinem Menstruationszyklus schätze ich sehr viel. Wahrscheinlich vor allem, dass ich durch den Wechsel der Zyklusphasen mit den verschiedenen Aspekten in mir in Kontakt komme und diese als ein Teil von mir anzunehmen lerne und immer mehr als Bereicherung erkenne. Ich finde es super interessant, zu beobachten, wie sich im Laufe eines Zyklus meine Interessen, Vorlieben und Bedürfnisse verändern. Mal bin ich introvertiert und will mit der Außenwelt und dem Alltag nichts zu tun haben, lese spirituelle Bücher und bin viel für mich. Dann wiederum erlebe ich mich super kommunikativ, hilfsbereit und möchte das Leben und die Welt um mich herum mit allen Sinnen genießen. Dadurch bekomme ich die Möglichkeit, mich immer weiter zu entwickeln. 

Eine Phase, die ich besonders schätze und für mich persönlich als sehr heilig empfinde, ist die Menstruation, da ich mich zu dieser Zeit auf einer ganz tiefen Ebene erholen und reinigen kann und sich etwas in mir erneuert. Ich merke, was ich loslassen und was ich mehr in mein Leben einladen möchte. Wenn ich mich selbst mit einer menstruellen Auszeit beschenke, verändert das die ganze Erfahrung von Grund auf und ich gehe frisch gestärkt und mit einer klaren Vision in einen neuen Zyklus hinein. Für mich ist ein Rückzug während der Periode mit die wirkungsvollste, spirituelle Praxis.

Welche Zyklusphasen gibt es?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, den menstruellen Zyklus in verschiedene Phasen einzuteilen. Sie lassen sich durch die Veränderungen des Hormonhaushaltes erklären, die Auswirkungen auf Körper und Geist haben und damit auch auf unser Energielevel und Hungergefühl, unsere Lust und Gefühlswelt oder auch auf unseren Schlafbedarf und geistige Fähigkeiten, wie unsere Kreativität oder Konzentration. Ich mag sehr gern das Modell der inneren Jahreszeiten. Dementsprechend ist die Phase der Menstruation der innere Winter und steht für Ruhe und Rückzug. Wir ziehen uns von der Außenwelt zurück, der Körper regeneriert sich und wir schöpfen neue Kraft aus dem Innern. Es ist eine Zeit der tiefen Erholung, Besinnung und Meditation. Dem folgt der innere Frühling, die Follikelphase. Wir tauchen langsam wieder auf, im besten Falle erholt und gestärkt und setzen unsere neuen Ideen und Eingebungen spielerisch um. Im Körper steigen die Hormone wieder an und wir spüren neue Energie und Lust auf die Welt im Außen. Die Eierstöcke sind voll damit beschäftigt ein neues Ei heranreifen zu lassen und die Gebärmutter wird mit neuer Schleimhaut ausgestattet. Wenn der Follikel eine bestimmte Größe erreicht hat und die Konzentration des Hormons Östrogen sein Hoch erreicht, kommt es zum Eisprung. Dieser steht symbolisch für den inneren Sommer. Wir sind nun in unserer vollen Kraft, strotzen vor Energie und haben Lust und das nötige Selbstbewusstsein, uns der Welt zu zeigen. Wir spüren eventuell eine Verstärkung unserer extrovertierten Seite, sind gern unter Menschen und fühlen uns beflügelt, unseren Ideen und kreativen Projekte umzusetzen. Sobald der Eisprung vorüber ist, wird die übrig gebliebene Eihülle in eine Hormondrüse umgewandelt, den Gelbkörper. Dieser produziert nun das Hormon Progesteron, auch „Wohlfühlhormon“ genannt und leitet damit den inneren Herbst ein, eine Phase der Erntezeit und Reflektion. Wir ernten, was wir säen. Diese Phase kann für viele sehr herausfordernd sein, vor allem wenn der Hormonhaushalt nicht ausgeglichen ist und es an Erholung, Nährstoffen und somit auch an Progesteron mangelt und Östrogen im Verhältnis dazu nicht genügend abgebaut oder übermäßig produziert wird (eine Ursache für PMS). Gleichzeitig hält diese Phase viele Geschenke und wertvolle Erkenntnisse für uns bereit. Unsere Interessen, unsere Lust und unsere Aufmerksamkeit können sich nun stark verändern. Wir werden dünnhäutiger und sensibler für äußere Reize und innere Wahrnehmungen. Unser Auge fürs Detail ist geschärft und das können wir nutzen: wir haben Lust, Dinge zu vollenden, Ideen und Projekten den letzten Schliff zu geben, die Bude mal so richtig aufzuräumen oder den Kleiderschrank auszumisten. Wir merken nun stärker was uns stört und spüren eventuell auch eine stärkere Sehnsucht nach mehr Tiefe und Sinnhaftigkeit in unserem Leben. 

Kurz vor der Menstruation geht es in die prämenstruelle Phase, wir verlangsamen unser Tempo nun noch mehr und bereiten uns auf die besinnliche und nach innen gerichtete Zeit des inneren Winters vor. Die Hormonkonzentrationen nehmen stetig ab und die Außenwelt verliert ihren Reiz. Wenn eine bestimmte Schwelle erreicht ist, die Eizelle nicht befruchtet wurde und die Versorgung der Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufrechterhalten werden kann, werden unter anderem sogenannte Gewebshormone freigesetzt (Prostaglandine) und die Menstruation wird eingeleitet.

Wie nutzt du die Zyklusphasen im Alltag?

Zunächst einmal markiere ich mir die Zyklustage in meinen Terminkalender, so dass ich immer weiß in welcher Phase ich mich ungefähr befinde. Das gibt mir unter anderem die Möglichkeit, mir für die Phase der Menstruation zwei bis drei Tage komplett frei zu halten und so zu planen, dass ich alle wichtigen Aufgaben und Termine schon vorher erledigt habe. Außerdem nutze ich die Phasen für die Entwicklung und Verwirklichung von Ideen und Projekten, da ich durch Zyklusbeobachtung immer besser lerne, wann wo meine Stärken liegen und wie ich diese am besten einsetze. Das hilft mir müheloser und mit mehr Leichtigkeit meine Kreativität auszuleben. In den Tagen vor und während der Periode weiß ich zum Beispiel auch, dass ich stärker auf meine Bedürfnisse achten muss, mehr Ruhezeiten und Raum für Erholung einplane und häufiger mal Nein zu Dingen sage, die mich zu sehr erschöpfen könnten. Auch meine Ernährung und die Verwendung von Frauen*heilkräutern passe ich bis zu einem bestimmtem Grad an die Zyklusphasen an, um meinen Körper bei einem ausgeglichenen Hormonhaushalt zu unterstützen.

Gibt es bestimmte Dinge, die du während deiner Blutung beachtest?

Ich achte vor allem in den ersten drei Tagen darauf, dass ich so gut wie möglich keine Reize von außen bekomme und mich komplett in meine Innenwelt begebe. Ich ziehe mich in mein Bett zurück, vermeide Gespräche, lasse mein Handy auf Flugmodus und lenke mich auch sonst nicht mit anderen Dingen ab. Vielleicht lese ich mal in einem Buch von Eckhart Tolle oder ähnlichem, aber ansonsten begebe ich mich verstärkt in die Ruhe. Schlafen, schlummern, träumen. Ab und zu mal Gedanken und Ideen aufschreiben. Aufs Klo gehen und es frei bluten lassen. Langeweile hochkommen lassen. Aus dem Fenster schauen und Wolken beobachten. Kräutertee trinken. Meditieren und meinen Atem beobachten. Und ganz viel schlafen. Um die Durchblutung in meinem Unterleib zu fördern, mache ich sanfte Beckenübungen, lege mich auf eine Akkupressurmatte oder massiere meinen Bauch mit einem wohltuendem Öl. 

Was würdest du Zykluswesen raten, die mit der prämenstruellen Phase hadern?

Wenn wir uns die Wochen zuvor zu sehr verausgabt haben und zu oft über unsere Grenzen gegangen sind, werden wir nun von unserem Zyklus ausgebremst. Die unangenehmen Gefühle, die Gereiztheit und die Wut beispielsweise sind wichtige Zeiger und können oft auch ein Zeichen sein, dass sich etwas in unserem Leben verändern muss. Hinter solchen Symptomen liegt oft eine tiefe Erschöpfung, auf körperlicher und seelischer Ebene. Es ist wichtig, sich nun Zeit für sich zu nehmen und genau hinzuschauen. Was erschöpft mich? Wo geht zu viel meiner Energie hin? Welche Gewohnheiten tun mir wirklich gut und welche dienen mir nicht mehr? Wofür möchte ich mir mehr Zeit nehmen? Welche Gedanken ermutigen und beflügeln mich und welche wirken sich zerstörerisch auf mein Selbstwertgefühl aus? Wie spreche ich mit mir selbst?

In dieser Phase können wir verstärkt lernen Nein zu sagen. Für unsere Bedürfnisse und Wünsche einstehen und für unser Wohlbefinden Verantwortung übernehmen. Gesunde Grenzen ziehen und anderen klar machen, was wir brauchen und womit wir uns gut fühlen. Klar und direkt kommunizieren, was uns nicht passt. Hineinspüren, langsamer machen und sich auch innerlich schon auf die Zeit der Menstruation vorbereiten. Mehr in die Stille gehen, Verantwortungen abgeben so gut es geht. Öfter mal raus gehen in die Natur und frische Luft atmen, die Sonne genießen. Den Emotionen durch Tanz und Kreativität einen Ausdruck geben. Oder einfach mal ein Nickerchen machen. Und sich Erholung und Ruhephasen auch wirklich erlauben und merken, dass es ohne einfach nicht lange geht. Auf körperlicher Ebene helfen verschiedene Heilkräuter wie Frauenmantel, Schafgarbe, Mönchspfeffer, Melisse oder Ashwagandha (Pulverform) und auch bestimmte Supplemente. Mit die wichtigsten und wirkungsvollsten sind für mich Magnesium und Calcium. Eine erhöhte Aufnahme durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel (Mg-Malat, -Citrat oder als Komplex) kann da wahre Wunder bewirken. Ich nehme das zusammen mit Vitamin D3 und K2 unterstützend den ganzen Zyklus hindurch. Für die Produktion von ausreichend Progesteron sind zudem Vitamin C, B6, B12, E, D3 und Selen essentiell. Es kann auch sehr helfen, durch Zyklusbeobachtung und ein Zyklustagebuch die Ursachen für bestimmte Symptome ausfindig zu machen, Zusammenhänge zu verstehen und für sich persönlich herauszufinden, wie man sich selbst während des Zyklus besser unterstützen und nähren kann.

Hast du Empfehlungen für Zykluswesen, die an Regelschmerzen leiden?

Zunächst einmal hab ich die Erfahrung gemacht, dass Regelschmerzen und Krämpfe um einiges angenehmer werden und sich lösen, wenn ich mich bewusst entspanne, mich zurückziehe und langsam mache. Verantwortung abgebe und die Menschen um mich herum informiere und um Unterstützung bitte. Eine menstruelle Auszeit von zwei bis drei Tagen hilft mir sehr, aber auch schon eine Stunde am Tag oder die Intention 10% weniger zu machen und weniger von sich selbst zu erwarten, kann enorm erleichtern. Und das fühlt dann auch der Körper und die Muskulatur in der Gebärmutter kann sich entspannen. Ganz akut helfen mir außerdem: Heilkräutertees wie Himbeerblätter, Schafgarbe und Frauenmantel (3 Tassen pro Tag, 7-8 min. zugedeckt ziehen lassen, aus ökologischem Anbau), angenehme Periodenprodukte wie Stoffbinden und Menstruationspanties kombiniert mit dem Freien Bluten (seitdem ich keine Tampons oder Tasse mehr verwende, sind die Krämpfe stark zurückgegangen), tiefes Atmen in den Schoßraum, leichte Beckenübungen oder auch mich mit dem Unterleib und dem unteren Rücken auf eine Akkupressurmatte legen. Alles was die Durchblutung fördert und das Gewebe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, lindert den Schmerz. Zudem nehme ich verstärkt während der Periode Nahrungsergänzungsmittel die schmerzlindernd und entkrampfend sind und eine entzündungshemmende Wirkung haben, wie Magnesium(als Citrat oder Malat, Mg-Oxid ist eher unvorteilhaft), Zink und Omega 3 Fettsäuren aus Algenöl. Das macht wirklich einen großen Unterschied, vor allem auch wenn man damit in den Tagen vor der Periode schon beginnt. Langfristig geht es darum, die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Ursache für die Schmerzen herauszufinden und entsprechend den Lebensstil anzupassen. Ich gebe dazu Tipps und Anregungen in meinem Zyklus-Guide, in meinem Podcast und auf Instagram. 

Was würdest du dir im gesellschaftlichen Umgang mit dem Menstruationszyklus und der Menstruation wünschen?

Ich wünsche mir mehr Aufklärung, vor allem an Schulen. Unterrichtseinheiten im Biologie-Unterricht wären toll, in denen der menstruelle Zyklus erklärt wird und den potenziell Menstruierenden, aber auch den anderen die Scham und auch die Unwissenheit genommen wird und durch Selbstsicherheit und Respekt ersetzt wird. Ich wünsche mir mehr Möglichkeiten zur menstruellen Auszeit und dass immer mehr erkannt wird, dass es deutlich sinnvoller und effektiver ist, im Einklang mit dem eigenen Energielevel tätig zu sein. Dass eine Pause und intensive Phase der Erholung während der Menstruation langfristig für mehr Energie sorgt und Menstruierende stärker mit ihrer eigenen Vision und ihren Herzenswünschen verbindet.

 Allgemein mehr Wertschätzung für den Prozess der Fruchtbarkeit, die natürlichen Zyklen und die Kraft des Femininen. Wie wäre es mit Festen zur Menarche (allererste Monatsblutung) und mehr Förderung öffentlicher Projekte und Veranstaltungen zu dem Thema? Ganz wichtig ist mir auch eine klare Veränderung im medizinischen Bereich. Beschwerden müssen ernster genommen werden, Regelschmerzen, unregelmäßige Zyklen oder das Ausbleiben der Periode dürfen nicht ignoriert und als harmlos abgetan werden. Wir müssen einen ganzheitlichen Ansatz zur Heilung finden, das Zyklische in uns beachten und die Ursachen erkennen.

Welches Buch würdest du interessierten Menschen gerne ans Herz legen und weshalb?

Das Buch „Wild Power – Dein Zyklus als Quelle weiblicher Kraft“ von Alexandra Pope und Sjanie Hugo Wurlitzer hat mich unglaublich darin bestärkt, mich selbstsicherer mit meinem Zyklus und meiner Weiblichkeit zu fühlen. Darin werden sehr schön und detailreich die Zusammenhänge der Psyche mit den einzelnen Phasen erklärt und es veranschaulicht den Zyklus als emotionalen und spirituellen Wegweiser. Es tut einfach gut, sich selbst endlich besser zu verstehen und annehmen zu lernen. 

Ein Buch, das mir sehr hilft, meinen Körper durch gezielte Ernährung und Bewegung im Alltag für ein hormonelles Gleichgewicht zu unterstützen, ist „Hormon Power“ von Marjolein Dubbers.

Und ein Buch, dass mir wirklich am Herzen liegt und dass ich jeden Menschen, vor allem die mit einer starken weiblichen Essenz, ans Herz legen möchte, ist „Die Wolfsfrau – Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“ von Clarissa Pinkola Estés. Dieses Buch ist so kraftvoll, bestärkend und erkenntnisreich, dass ich es wahrscheinlich mein ganzes Leben lang immer mal wieder in die Hände nehme, um wieder bei mir selbst anzukommen, mich mit meiner Intuition zu verbinden und auch um meinen Mitmenschen daraus vorzulesen.

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